Dienstag, 17. Juli 2012

Schwarzleckerli-Konto

Wo sich mein Schwarzleckerli-Konto befindet, verrate ich
nicht. Foto: Heinz-Peter Tjaden


Nicht nur ich verbuddele etwas beim Reinhard-Nieter-Krankenhaus

Heute ist mir die "Wilhelmshavener Zeitung" aus den Pfoten gefallen, denn auf Seite 3 wird "Rückhaltlose Aufklärung" gefordert. Geklärt werden soll, wer für das Reinhard-Nieter-Krankenhaus ein Schwarzgeld-Konto angelegt hat. Nach den bisherigen Erkenntnissen kann dieses kranke Krankenhaus mit der dort verfügbaren Kreditsumme so tun, als sei es gesund. Entdeckt worden ist dieses Konto jetzt von der Stadtkämmerei, die diesen Fund allerdings vor der Staatsanwaltschaft geheim hält. Lieber findet man selbst heraus, wer dafür verantwortlich zeichnet, um anschließend die Redaktion der "Wilhelmshavener Zeitung" aufzeichnen zu lassen, dass ich schuld bin.

Als Jagdterrier bin ich zwar keine gGmbH, aber Gewinne machen darf ich beim Fressen auch nicht. Also muss ich schon etwas verstecken, wenn ich mir irgendwann einmal den Bauch richtig vollschlagen will, um nicht vom Fell zu fallen. Die von der täglichen Ration abgezweigten Streifen, Kauknochen und Kekse verbuddele ich seit Jahren in einem Waldstück beim Reinhard-Nieter-Krankenhaus. Tauche ich aus dem Versteck wieder auf, habe ich einen Stock in der Schnauze, um mein Herrchen abzulenken.

Dabei muss mich jedoch jemand aus dem Aufsichtsrat des Reinhard-Nieter-Krankenhauses oder aus der Stadtverwaltung beobachtet haben. Sofort wird der sich gedacht haben: "Wenn Mike Tjaden beim Reinhard-Nieter-Krankenhaus ein Schwarzleckerli-Konto anlegen kann, kann ich auch ein Schwarzgeld-Konto für das Reinhard-Nieter-Krankenhaus anlegen." Sobald man den Namen dieses Neunmalklugen kennt, wird der behaupten, er habe von mir gelernt.

Einen Unterschied gibt es allerdings: Die Leckerlis, die ich verstecke, sind bezahlt. Die Schulden des Reinhard-Nieter-Krankenhauses dagegen können nicht mehr bezahlt werden. Wenn heute in der "Wilhelmshavener Zeitung" steht, dass die "außerplanmäßige Auszahlung", die das Reinhard-Nieter-Krankenhaus in Ermangelung eines weiteren Schwarzgeld-Kontos bekommt, "aus dem Finanzausgleich bzw. Mehreinnahmen an Steuern" gedeckt wird, wuffe ich zurück: "Und wo fehlt dieses Geld dann?"

Immer mehr ein Rätselheft

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

mike, du bist ein pfiffiger terrier :-)