Freitag, 4. Januar 2013

Merkel in WHV

WZ-Chefredakteur wünscht allen ein frohes 2012

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister gibt dem NDR ein Interview, während ich bei einem CDU-Quiz so meine Probleme habe. Beantworten soll ich die Frage, wie viele Stimmen der Landtagskandidat Jörn Felbier bekommen mag. Doch der erste Kugelschreiber mag nicht. Die Mine fehlt. Ich greife zum zweiten Kugelschreiber. Der hat zwar eine Mine, die Tinte ist jedoch eingetrocknet. Da kommt ein Quiz-Helfer und greift in eine Plastiktüte. Einer der Kugelschreiber müsse doch funktionieren, meint er, während ich von ihm gern gewusst hätte, wie viele Wahlberechtigte es eigentlich in dem Wahlbezirk von Felbier gibt. Das weiß er nicht. Ich solle doch einmal den Ordner fragen, der hinter mir steht. Der sagt: "25 000." Ich melde Zweifel an. Die zerstreut auch ein zweiter Ordner nicht. Denn der schätzt die Zahl der Wahlberechtigten auf 60 000. Ich setze meine Umfrage fort. Die dritte Schätzung lautet: "68 000." Keine Antwort stimmt. Es sind rund 64 500. Aber die Zeit bis zum Eintreffen der Bundeskanzlerin vergeht wie im Fluge. Auch der vierte Kugelschreiber streikt. Der Quiz-Helfer sagt: "Ich mach das mal für Sie." Kommt gar nicht infrage. Der schreibt womöglich kurz vor dem Einsendeschluss meine Antwort ab - und gewinnt den ersten Preis bei einer Stichwahl zwischen seiner und meiner Karte. Mit dem fünften Kugelschreiber klappt´s. Es ist mein eigener.

Gerd Abeldt, Chefredakteur der "Wilhelmshavener Zeitung", dagegen müht sich nicht mit nicht funktionierenden Kugelschreibern ab, sondern mit einem alten Kalender, den er möglicherweise bei einem Pressegespräch mit der Sparkasse abgestaubt hat. Die Bundeskanzlerin ist inzwischen eingetroffen, Beifall brandet auf, als sie nach vorn geht und dort von Abeldt begrüßt wird, der vor den Reden von Merkel und McAllister vier Fragen stellen darf. "Ich wünsche allen ein frohes 2012", begrüßt der WZ-Chefredakteur die Kanzlerin, den Ministerpräsidenten und das Publikum. Ein Raunen geht durch den Saal, Abeldt korrigiert die  Jahreszahl, entschuldigt sich für den Patzer mit dem Hinweis, dass Schreiben und nicht Reden seine Sache sei, und bekommt von Merkel einen reingewürgt: "Und dann schreiben Sie etwas anderes als wir sagen." Woher nur kennt die Kanzlerin die "Wilhelmshavener Zeitung"?

McAllister pfeift anschließend darauf, ob nun das Jahr 2012 oder das Jahr 2013 begonnen hat, er ist stolz darauf, dass der JadeWeserPort "pünktlich fertig" geworden ist. Das ist zwar auch nicht ganz korrekt, aber zeitlich betrachtet auch nicht viel weiter daneben als Abeldts "frohes 2012".  Das in Wilhelmshaven nicht ganz so froh verlaufen ist, wie man sich das hier zu Stadt immer wieder wünscht, weiß auch die Kanzlerin zumindest vom Hörensagen: "Ich habe auch schon gehört, dass es in Wilhelmshaven nicht ganz so gut aussieht." Was schlecht aussieht, kann aber nur besser werden, glaubt der Ministerpräsident: "Wilhelmshaven wird nach Hamburg und Bremen das dritte Tor zur Welt." Es ist Zeit für mich zu gehen...

Bilderbogen




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

originelle randbemerkungen :-)

Anonym hat gesagt…

die wz hinkt eben immer hinterher :-)