Sonntag, 23. Juni 2013

Polizei mit Taschenlampen (VII)

Rechtliche Situation der Mutter rechtfertigt illegale Aktionen?

Damit habe ich wirklich nicht gerechnet: Meine Blogs über Jugendämter, Familiengerichte und Gutachter, über zweifelhafte Einrichtungen, über Wilhelmshaven, Friesland und die Region Hannover, über politische und andere Themen sind ein Erfolg geworden, sie brachten so manchen ins Grübeln und führten zu Reaktionen, so manche falsche Entscheidung wurde korrigiert, Kinder kehrten zu ihren Eltern zurück, Scharlatane wurden entlassen, Zeitungen riefen mich an und recherchierten selbst, weil sie bis dahin gar nicht gewusst hatten, was ich erzählte. Bei Facebook melden sich immer noch Kinder, die mir berichten, wie gut es ihnen nun geht. Mit einer kleinen Lübeckerin, die im nächsten Monat neun Jahre alt wird, habe ich das Bilderbuch "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen" veröffentlicht, das inzwischen in Kindergärten gelesen wird, weil den Kleinen Mathe nun Spaß macht. Von ihrem ersten Honorar kann sich die Kleine eine Leinwand und Ölfarbe kaufen. Die Pinsel bekommt sie von mir zum Geburtstag geschenkt.

Auch damit habe ich wirklich nicht gerechnet: Immer wieder habe ich das Kinder- und Jugendhilfesystem in Wilhelmshaven gepriesen, vor dem Verwaltungsgericht in Münster riet ich im April 2013 dem Rechtsvertreter der Stadt, Münster möge sich doch daran orientieren statt einem Psychologen-Ehepaar zu glauben, das Pflegeeltern für die besseren Eltern hält. Anfeindungen aus der rechtsradikalen Ecke steckte ich weg, eine negative Veröffentlichung auf Political Incorrectness (PI) nahm ich als Lob (inzwischen beobachtet der Verfassungsschutz PI), als ein Vorsitzender der Jungen Union mir im Internet bestätigte, ich sei so redegewandt wie Gregor Gysi und deshalb gefährlich, huschte ein Lächeln über mein Gesicht, weil ich diese Organisation noch nie erst genommen hatte.

Und was geschieht? Obwohl das Jugendamt von Wilhelmshaven bestens informiert ist über die Situation einer Mutter, die von Münster nach Wilhelmshaven gezogen ist, steht am Montagabend eine Mitarbeiterin des Jugendamtes mit zwei Polizeibeamten vor meiner Tür. Die Beamten dringen mit Gewalt in meine Wohnung ein. Was sie bei mir wollen, erzählen sie mir, weil ich nicht locker lasse. Dann nennen sie mir auch noch zwei Namen, die falsch sein sollen. Am nächsten Tag reagiert die Bereitschaft des Jugendamtes von Wilhelmshaven hämisch, die Jugendamtsmitarbeiterin ist angeblich gar nicht bei dieser Behörde beschäftigt, die Polizei recherchiert nach meiner Dienstaufsichtsbeschwerde, wer denn nun wirklich grundlos in meine Wohnung eingedrungen ist - und was verlangt ein Kommentator, der sich jetzt zu Wort gemeldet hat?

Ich soll die Geschichte der Mutter erzählen! Dessen Rechtsstaatsverständnis möchte ich nicht haben. Die rechtliche Situation der Mutter ist völlig unerheblich, man ist in meine Wohnung eingedrungen! Dieser Kommentator hat auch schon behauptet, ich dürfe die Namen von Amtspersonen nicht nennen. Will der Behördenwillkür Tür und Tor öffnen? Außerdem: Warum recherchiert dieser Kommentator nicht? Das jüngste Gutachten in diesem Fall habe ich analysiert, der Sachverständige reagierte nicht auf meine Veröffentlichungen, obwohl ich ihn darum gebeten hatte.

Wie die Besuche des Jungen geregelt werden, ist Sache der Eltern. Da mische ich mich nicht ein. Ich habe mich beim Jugendamt von Münster-Kinderhaus vergewissert, dass die Eltern den Umgang selbst regeln dürfen. Das weiß das Jugendamt von Wilhelmshaven! Der Vater hat mir am Sonntag gesagt, dass der Junge am Mittwoch wieder in Münster sein müsse. Warum steht dann am Montagabend die Polizei vor meiner Tür? Warum hat die Jugendamtsmitarbeiterin kein einziges Wort gesagt?

Zu der Behauptung, ich hätte schon in der Schule keine Freunde gehabt, sage ich nichts. Ich begebe mich nicht auf das Niveau von Leuten, die Anwälte mit falschen Behauptungen beschäftigen. Soll Frank Uwe Walpurgis die Sache doch durchziehen. Ich habe auf das Schreiben seines Anwaltes nicht reagiert. Dass ich über diesen Vorstoß auf www.szenewilhelmshaven.de berichtet habe, ist unangenehm. Für ihn! Denn wie will er nun seinen Anhängerinnen und Anhängern erklären, dass ich seinen juristischen Angriff so gelassen nehme wie Butter.

Auch zu dem jetzt laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft von Oldenburg werde ich mich nicht weiter äußern. Ich warte ab, was geschieht. Wasserstandsmeldungen sind von mir nicht zu erwarten. Stellt der Staatsanwalt das Verfahren ein, veröffentliche ich die Begründung, wird Walpurgis der Prozess gemacht, berichte ich ebenfalls. So einfach ist das! So halte ich es auch mit dem Islamprozess. Die Berufungsverhandlung findet am 20. August 2013 statt. Das Gericht hört zwei neue Zeugen an, die ich nicht benannt habe, sondern die Staatsanwaltschaft!

Die Beteiligung an Kommunalwahlen in Wilhelmshaven ist erschreckend gering. Daran sind aber nicht die Wählerinnen und Wähler schuld, sondern die Parteien. Auch in Wilhelmshaven gibt es einen Jugendhilfeausschuss, der jederzeit die Arbeit des Jugendamtes kontrollieren darf - und muss. Und was geschieht? Der Jugendamtsleiter Carsten Feist erzählt von Eltern, die nach Wilhelmshaven gezogen sind, die Kinder aber nicht, die leben woanders bei Pflegeeltern oder in Kinderheimen. Das soll auch so bleiben, sagt Feist.

Moment, hätte ich gesagt, ich bin Ihr Arbeitgeber, ich bewillige Ihnen Geld, das die Bürgerinnen und Bürger bezahlen. Ich will jede Akte sehen! Jeden Fall prüfen! Wie das der Sozialsenator von Berlin getan hat. Der sagte, bevor die Kosten für das Kinder- und Jugendhilfesystem weiter explodieren, prüfe ich jede Akte. Dieser Senator war es auch, der seine Behördenleiter anwies, nicht jeder Forderung eines Querulanten nach Schließung eines Bolzplatzes nachzugeben. Man habe schon bald solche Plätze nicht mehr.

Prozesse gegen Bolzplätze hat das Hamburger Landgericht möglich gemacht, seither galt das Lachen von Kindern als Lärmbelästigung, jeder Torjubel als störend, bis die Bundesregierung diesem Treiben ein Ende machte. Ich habe 2008 in einer Serie darüber berichtet.

Jugendämter werden seit Jahren als "Kinderklaubehörden" bezeichnet, ein Professor aus Bielefeld sagt, dass unfähige Helfer eines Helfersystems die Hilflosigkeit immer weiter vergrößern, viele Jugendämter brechen Gesetze, als kennten sie weder das Bürgerliche Gesetzbuch, das Sozialgesetzbuch, das Hilfeplangesetz und andere Vorschriften. Sie trennen Kinder. Was am Samstag vor Muttertag eine Wilhelmshavener Jugendamtsmitarbeiterin in der "Wilhelmshavener Zeitung" gerechtfertigt hat. Sie sagte, dass Geschwister die sich lieben, ein Problem seien, diese "ungesunde Struktur" müsse "aufgebrochen" werden. Diese Äußerung fand ich entsetzlich, sofort fiel mir die Geschichte von vier Kindern ein, die erst in einem Heim lebten und dann auf vier Heime verteilt wurden, weil sie aneinander hingen. Nach der Trennung machten sie sich auf die Suche nach ihren Geschwistern. Ein Kind ist dabei ums Leben gekommen. Nun sind es nur noch drei Geschwister, die sich lieben?

Die Mehrheit der Deutschen hält unser Land für kinderfeindlich. Ohne Grund? Der Junge, um den es hier geht, hat übrigens eine Schwester. Auch die beiden sind getrennt worden. Das sei zum Wohle der Kinder, wurde behauptet. Behauptungen lassen Jugendämter nicht gern prüfen. Ich habe im Dezember 2010 die gemeinsame Taufe der beiden Kinder vorgeschlagen, beide gemeinsam in der Kirche hätten mir gezeigt, ob das Jugendamt und das Familiengericht Recht haben. Und was geschah? Der Verfahrensbeistand der beiden Kinder erklärte die Taufe zu einer Gefahr!

Dieser Junge sehnt sich immer noch nach seiner Schwester. Ich habe ihm versprochen, dass er sie wiedersehen wird. Auch das Wilhelmshavener Jugendamt hat das versprochen. Diese Behörde soll ihr Wort halten, statt mir die Polizei auf den Hals zu hetzen...Wenn nun behauptet wird, dass die Polizei eigenmächtig gehandelt habe, dann haben mehrere Leute Riesenprobleme...

I swear by the moon and the stars in the skies
And I swear like the shadow that's by your side

I see the questions in your eyes
I know what's weighing on your mind
You can be sure I know my part
...

Polizei mit Taschenlampen (VIII): Kein Schwein ruft mich an

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

und hättet ihr die liebe nicht, bekämt ihr auch Jugendämter...

Anonym hat gesagt…

herr tjaden, haben sie von der uwg etwas anderes erwartet? Schlagzeilen haben die doch nur einmal gemacht. klagen gegen Erhöhung der Hundesteuer. zum glück ist darauf niemand hereingefallen. wäre teuer für die kläger geworden. und die rede von w1 zum haushalt war eine sprüchesammlung, aber leider nichts fundiertes. also dem Niveau des wilhelshavener rates angepasst...

Anonym hat gesagt…

was ist denn das? polizeibeamter und bediensteter der stadt sprechen aussage vor gericht ab, polizei nennt bei illegaler aktion des jugendamtes falsche namen...peter, wo bist du denn da gelandet? die doktoranden