Dienstag, 18. Juni 2013

Polizei mit Taschenlampen

Haben mein Hund und der Junge toll gefunden: Die
Nordsee schäumt. Foto: Heinz-Peter Tjaden



















Dringt in meine Wohnung ein - eine Jugendamtsmitarbeiterin steht vor der Tür

Das Erste, was ich heute Vormittag vom Wilhelmshavener Jugendamt gehört habe, ist höhnisches Gelächter einer Mitarbeiterin der Bereitschaft, als ich bei dieser Behörde anrief. Meiner Aufforderung, mir bis heute 12 Uhr den Namen jener Mitarbeiterin mitzuteilen, die gestern um 21.40 Uhr mit der Polizei vor meiner Tür gestanden hat, folgt sie nur widerwillig. Meine Telefonnummer muss ich zweimal wiederholen.

Einer Mutter aus Münster ist im September 2009 die Tochter (damals 3 Monate alt) und im April 2010 der Sohn (damals zwei Jahre alt) weggenommen worden. Der Junge kommt zum leiblichen nichtehelichen Vater, die Tochter mit Einwilligung des Vaters schließlich in eine Pflegefamilie, die der Mutter und mir bis heute unbekannt ist. In Münster beißen wir auf Granit. Als die Mutter im Oktober 2012 in Münster auf offener Straße vom Vater tätlich angegriffen wird und sich die Szene erst mit meinem Erscheinen am Tatort beruhigt, stellt der zuständige Mitarbeiter des Jugendamtes Münster-Kinderhaus den Antrag, dass die Mutter (!) ihrem Sohn ein halbes Jahr nicht mehr begegnen soll. Das Familiengericht von Münster hat sich bis heute mit diesem Antrag nicht beschäftigt.

Ein paar Tage zuvor ist diese Mutter nach Wilhelmshaven gezogen, wir gehen sofort ins Familienzentrum Nord und sprechen dort mit einem Sozialpädagogen. Der kopiert ein paar Schriftsätze und leitet sie an das Jugendamt von Wilhelmshaven weiter. Dort haben inzwischen zwei Gespräche stattgefunden, bei denen ich anwesend war. Wir sind uns einig, dass für den Jungen kein Jugendamt mehr zuständig ist, um die Tochter soll sich gekümmert werden, sobald Wilhelmshaven die Kosten für den Pflegeplatz übernehmen muss.

Bei einem Telefongespräch mit dem bislang zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes Münster-Kinderhaus wird mir ebenfalls versichert, dass die Eltern den Umgang mit dem Jungen selbst regeln können. Das klappt zweimal. Der Junge ist über das Wochenende bei der Mutter in Wilhelmshaven, ich leihe ihr mein Auto, begleite die beiden, wenn ich Zeit habe. Dann macht der Vater Stress und will von einem Besuch alle 14 Tage nichts mehr wissen. Nun sollen es alle drei Wochen sein.

Die Mutter holt den Kleinen am Freitag aus Münster ab. Ich schaue kurz vorbei, der Junge freut sich riesig. Am Samstag will er nach Hooksiel, für Sonntag empfehle ich das Märchenfest im Störtebekerpark. Alles bleibt ruhig. Bis mich der Vater aus Münster am Sonntag kurz vor Mittag anruft. Er könne weder die Mutter noch seinen Jungen erreichen, berichtet er mir. Ich erzähle ihm, dass ich kurz nach 10 Uhr noch mit seinem Kind telefoniert hätte, eigentlich müsse es noch zuhause sein. Dann frage ich den Vater, ob Mutter oder Kind ihn zurückrufen könnten. Er sagt: "Die kriegen meine Telefonnummer nicht."

Bis 14.30 Uhr ruft mich der Vater noch zweimal an. Ich kann ihm nicht weiterhelfen, weil auch ich nur weiß, dass Mutter und Kind wahrscheinlich im Störtebekerpark sind. Er droht mit der Polizei, will nach Wilhelmshaven kommen. Ich bitte ihn, mich nach meiner Rückkehr von einer Radtour wieder anzurufen. Das geschieht gegen 17.30 Uhr. Der Vater sagt: "Mein Junge muss am Mittwoch in Münster sein. Dann findet ein Gespräch mit dem Jugendamt und mit dem Kindergarten statt."

Den nächsten Anruf von ihm bekomme ich kurz nach 7. Ich antworte: "Ich radele zur Mutter und schaue nach dem Rechten. Das dauert 20 Minuten hin und 20 Minuten zurück. Rufen Sie mich dann bitte wieder an." Denn ich habe seine Telefonnummer auch nicht, auf dem Display meines Telefons erscheint immer nur "verborgen". Ich treffe ein ziemlich nasses Kind an und berichte der Mutter von den Anrufen des Vaters. Auch dass der Kleine angeblich am Mittwoch in Münster sein muss, erzähle ich ihr. Das ist ihr neu. Der Vater habe einem einwöchigen Aufenthalt des Kleinen in Wilhelmshaven zugestimmt. "Da mische ich mich nicht ein", sage ich.

Um 20 Uhr bin ich wieder zuhause. Der Vater meldet sich nicht mehr. Am Montag gehen Mutter und Kind zum Familienzentrum Nord, weil sie dort mit dem Sozialpädagogen sprechen wollen. Die Einrichtung ist wegen eines Einbruchs geschlossen. Mutter und Sohn besuchen mich, ich spiele mit dem Kleinen Schach. Für den Nachmittag vereinbaren wir einen Besuch des Seewasseraquariums. Dort tobt der Junge im Spieleparadies herum. Kurz nach 17 Uhr will der Kleine zum Strand. Wir fahren erst zum Ölhafen, dann zu einem Sandstreifen am EON-Kraftwerk. Dort werden Schaumkügelchen vom Meer ans Land geweht. Der Junge ist begeistert. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Kaum sitzen wir wieder im Auto, klingelt das Handy der Mutter. Der Vater, der sich bis dahin nicht wieder bei mir gemeldet hat, behauptet, er sei in Wilhelmshaven, um den Jungen abzuholen. Sonst hole er die Polizei. Ich lasse ihm ausrichten, dass wir unterwegs sind. Als wir die Wohnung der Mutter erreichen, ist dort niemand. Es ist 20.51 Uhr. Mutter und Kind steigen aus, ich fahre noch schnell zu einem Plusmarkt, bin um 21.10 Uhr zuhause, stelle noch ein Foto, das ich am Südstrand von einer Möwe gemacht habe, bei Facebook und auf meinen Seiten ins Netz. Bei Facebook antwortet mir ein Wilhelmshavener Lokalpolitiker sofort, dass er das Bild schön finde. Ich teile ihm mit: "Ich muss nun etwas essen. Mit Kind kommt man zu nichts."

Ich schalte meinen PC wieder aus, mache es mir bequem. Da klingelt jemand an meiner Wohnungstür. Ich denke: "Der Prospektverteiler ist aber noch spät unterwegs." Dann hämmert jemand an meine Wohnungstür, dass die Tür bebt. Ich gehe zur Tür und frage: "Wer ist da?" Jemand schreit: "Die Polizei." Ich öffne die Tür, ein Polizeibeamter mit Taschenlampe reißt sie ganz auf und drängt mich an die Wand. Ich will seinen Namen und den Namen seines Kollegen wissen und verbiete ihnen den Zutritt zu meiner Wohnung. "Wir dürfen hier rein", sagt der Polizist mit der Taschenlampe, da ich wahrscheinlich "eine Person verberge". Erst beim Hinausgehen und nach einer zweiten Aufforderung erfahre ich die Namen der Polizeibeamten. Wiegand und Schweiger. Draußen steht ein blonde Frau. Es ist eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, erfahre ich später. Die spricht kein einziges Wort mit mir.

Eine Viertelstunde später holen sie das Kind mit Gewalt aus der Wohnung der Mutter. Zu nächtlicher Stunde wird es nach Münster gebracht...

Es ist 12.23 Uhr: Muss ich nun noch erwähnen, dass ich bisher keinen Anruf vom Jugendamt Wilhelmshaven bekommen habe?

Polizei mit Taschenlampen (II): Das üblich-üble Spiel

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

nein, herr tjaden, müssen sie nicht...

Anonym hat gesagt…

und sie haben uns immer erzählt, dass in Wilhelmshaven alles besser sei. aber so eine geschichte habe ich noch nie gehört...wird diese jugendamtsmitarbeiterin, werden die beiden Polizeibeamten suspendiert?

viele grüße vom Rhein

f.

Anonym hat gesagt…

man wird dich als Lügner abstempeln. machen Jugendämter oft so...

Anonym hat gesagt…

Hat sich Wegner inzwischen entschuldigt?

Anonym hat gesagt…

hat die Polizei von Wilhelmshaven bei solchen einsätzen auch Maschinenpistolen dabei?

erschrockene grüße aus Augsburg von erika

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

der Oberbürgermeister von Wilhelmshaven heißt nicht wegner, sondern Wagner. Wenn er so handelt, wie er es immer versprochen hat, fliegt die blonde vom Jugendamt. aber ich stelle auch fest, dass einem so ein einbruch von der Polizei so tief in den Klamotten hängt wie von anderen kriminellen. warum die mit Taschenlampe in eine beleuchtete Wohnung kommen, liegt wohl daran, dass sie keinen Hund dabei hatten. die brauchen die eigentlich, damit einer mit Ausbildung dabei ist.

Anonym hat gesagt…

zu dem Witz passt eigentlich nur noch, dass wiegand und schweiger als polizeibeamte verlangen, dass sich herr tjaden dafür bedankt, nicht zusammengeschlagen worden zu sein.

Anonym hat gesagt…

weder die Polizeibeamten wiegand und schweiger noch die blonde jugendamtsmitarbeiterin wissen, dass die Wohnung etwas heiliges ist? ich habe Wilhelmshaven auf der Landkarte suchen müssen. ist zum glück am arsch der welt...vielleicht liegt es daran?

gruß aus rosenheim

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

Bevor diese Mutter nach Wilhelmshaven gezogen ist, habe ich den Jugendamtsleiter Feist gefragt, was wäre, wenn sie kommt. Seine Antwort (wortwörtlich): "Dann wird sich das Jugendamt für zuständig erklären." Sein Stellvertreter hatte mir schon vorher gesagt: "Wir kümmern uns." Als die Mutter da war, fand am 20. 2. 2013 ein Gespräch im Jugendamt statt, dass mit der Behauptung begonnen wurde, Feist und sein Stellvertreter hätten das nie gesagt. Als ich fragte, ob ich die Facebook-Antworten von Feist mitbringen müsse, herrschte Schweigen. Unsere Gesprächspartner waren Herr Cloppenburg und Frau Evers-Reske (möglicherweise nicht ganz korrekt geschrieben) vom Jugendamt Wilhelmshaven

Heute lügt Cloppenburg uns vor, er wisse gar nichts davon, dass der Junge in Wilhelmshaven ist. Er hat sich in meinem Beisein die Daten notiert! Und jetzt behauptet Cloppenburg, nicht eine Mitarbeiterin des Jugendamtes habe bei dem Polizeieinsatz vor der Tür gestanden, sondern eine vom Sozialdienst.

Ich habe den Oberbürgermeister von Wilhelmshaven über einige dieser Fakten informiert. Schaun mer mal, ob er den Saftladen aufräumt...

Anonym hat gesagt…

Peter, weißt du was das tolle an dir ist :-) dass du wenigstens versuchst, diese Lügner zu entlarven. auch bin bei dir immer gut aufgehoben :-)

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

das tolle von feist ist ja auch, dass er nun bei Facebook weder - wie früher - immer über Handball berichtet. er ist dort inaktiv. erhofft er sich davon, dass ich seine Facebook-antworten nicht mehr habe?

Anonym hat gesagt…

die habe ich auch :-)

Anonym hat gesagt…

ich bin mal gespannt, ob du den namen der jugendamtsmitarbeiterin bekommst. die werden sich winden, bis dir die frau, die schmiere gestanden hat, bekasnnt gemacht wird.

Anonym hat gesagt…

das war nun also gar keine jugendamtsmitarbeiterin??????die polizei holt sich irgend jemanden? das jugendamt sollte zu seiner verantwortung für diese illegale aktion stehen punkt

Anonym hat gesagt…

das liest sich wie eine geschichte aus der ddr...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

diese geschichte über die aktion von Jugendamt Wilhelmshaven und Polizei rast weiter durch Deutschland

ein kommmentar bei Facebook aus Schwerin

Das arme Kind, die arme Mutter. Welche Idiioten machen sowas nur? Ich dachte, in Wilhelmshaven liefe es besser? Pustekuchen

Anonym hat gesagt…

ich habe gelesen, dass der junge im Seewasseraquarium war. das ist am südstrand. dort werden Fäkalien eingeleitet. vielleicht wollte die Polizei ermitteln, ob herr tjaden ein wenig scheiße in seiner Wohnung lagert...das mit der angeblichen Kindesentführung könnte also nur ein vorwand gewesen sein. ansonsten: da sind offenbar irre am werk gewesen, die sich nun nicht einmal entschuldigen...

Anonym hat gesagt…

da kommt mir die galle hoch. niemand entschuldigt sich bei ihnen, herr tjaden?

Anonym hat gesagt…

hoffentlich hat das rumgeeiere der stadt und der polizei bald ein ende. es müssen konsequenzen gezgen werden. ich bin selbst polizeibeamter und schäme mich für solche aktionen...

Anonym hat gesagt…

müssen nun auch andere, die einem zwischen zwei Eltern stehendem Kind schöne stunden schenken, mit solchen Polizeieinsätzen rechnen? zum Jugendamt gehört übrigens ein jugendsozialdienst. die Mitarbeiterin dürfte dort arbeiten. also arbeitet sie in einer Unterabteilung des jugendamtes...

Anonym hat gesagt…

man, Peter, dieses Jugendamt hast du immer gelobt...:-(

Anonym hat gesagt…

Wo bleiben meine kritischen Kommentare? Hier wird doch nicht etwa zensiert!?

Aber das passt zu so einem Typen. Rechtsstaatlichkeit für sich in Anspruch nehmen und demokratischen Grundsätze mit Füßen treten.

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

Wenn Sie Ihren Namen nennen, veröffentliche ich Ihre Kommentare, Herr W. Kuppeln Sie dann aber bitte rechtsstaatlich durch. Also: rechts-staatlich.

Anonym hat gesagt…

Walpurgis und einige seiner Fans nennen Sie, Herr Tjaden, "einen Typen". Ist das Zufall?

Heike

Anonym hat gesagt…

wenn man nicht wüsste wie jugendämter arbeiten, müsste man sagen: entsetzlich. es ist aber alltag - und löst in europa empörung aus...

Anonym hat gesagt…

Ich dachte mir schon, dass Sie keine objektive Diskussion wollen. Wohl Angst entlarvt zu werden, was?

Wie soll sich der Leser denn eine objektive Meinung bilden, wenn es nur einen einseitige Berichterstattung gibt? Aber das wollebn Sie ja auch gar nicht. Sie gehören zu der Sorte Mensch, die schon in der Schule keine Freunde hatte.

Ein paar Infos zur rechtlichen Situation der Mutter wären doch nicht schlecht. Sie kennen doch die Situation, oder etwa nicht?

Schreiben sie doch die Wahrheit!

Anonym hat gesagt…

herr w. wütet auch bei facebook. herr tjaden, der kann wohl nichts dafür...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

der Kommentator, der mich aufgefordert hat, etwas zur rechtlichen Situation der mutter zu schreiben, versichert nun, dass er nicht herr w. ist. das nehme ich zur Kenntnis. was er sonst noch anmerkt, trifft auch auf mich zu. nur bei einem bleibt es: die jugendamtsaktion bei mir war illegal. ich gefährde kinder nicht, ich entführe sie auch nicht. in meinem Beisein hat er ein paar glückliche stunden verbracht! und genau die braucht er...das Jugendamt von Wilhelmshaven ist für diesen jungen auch nicht zuständig. in diesem punkt hat immer Einigkeit geherrscht. das macht diese aktion bei mir noch seltsamer. vorher ein Gespräch mit mir wäre wesentlich sinnvoller gewesen. im sinne eines kindes, das mich mit strahlenden augen empfängt und begleitet...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

sie mauern, aber sie brechen bei mir nicht mehr widerrechtlich ein. ist ein fortschritt. gute nacht, herr Weigand und schweiger. bin gespannt, wann ich erfahre, wie die Dame in blond heißt, inzwischen zweifelsfrei beschäftigt von dem jugendamtsleiter feist...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

im jahre 2014 bin ich wegen dieser geschichte von der staatsanwaltschaft oldenburg angeklagt worden wegen angeblicher verleumdung der beiden polizeibeamten. das verfahren wurde auf kosten des staates in der zweiten instanz eingestellt. außerdem verklagte mich einer der beiden polizeibeamten zivil in beiden verfahren behaupteten die polizisten, sie hätten sich nicht wiegand und schweiger genannt. mit dieser lüge erzielte der polizeibeamte, der sich wiegand genannt hatte, einen juristischen erfolg. ich wurde verurteilt. wie gleichmütig diese polizeibeamten das gericht belogen, erschreckte mich.

Wilmers Peter hat gesagt…

Lore Peschel-Gutzeit — Familienrechtsanwältin, ehemalige Justizsenatorin in Hamburg und Berlin: Das Bundesverfassungsgericht hat wiederholt festgestellt, dass sowohl Familiengerichte als auch Jugendämter Kinder oft zu schnell und ohne notwendige Ermittlung von Alternativen in Obhut nehmen beziehungsweise von den Eltern trennen. Und dass sie sich auch bei der Rückgabe von fremd-untergebrachten Kindern an die Eltern zögerlich und damit pflicht- und verfassungswidrig verhalten.

Süddeutsche Zeitung Magazin, Ausgabe 50/15

Verlinkt auf http://kinderinheimen.blogspot.de unter "Aufgelesen"

Wilmers Peter hat gesagt…

Entschuldigung, verlinkt auf http://kinderinheimen.blogspot.de unter "Jugendämter 2015"

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

siehe auch dasjugendamt.blogspot.de