Freitag, 26. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXVII)

Thomas Kamin von den Zentralen Diensten der Stadt
Wilhelmshaven am 26. Juli 2013





Wohnungsdurchsuchung - warum weiß niemand mehr so genau?

Ping. "Wir haben dem Jugendamt der Stadt Wilhelmshaven Amtshilfe geleistet." Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland" am 20. Juni 2013. Pong. "Der Einsatz der Polizei, zu dem eine Mitarbeiterin des Jugendamtes von diesen unterstützend angefordert wurde..." Die Zentralen Dienste der Stadt Wilhelmshaven am 26. Juli 2013.

Nach einer Durchsuchung meiner Wohnung am 17. Juni 2013 um 21.40 Uhr mit zwei Polizeibeamten, die falsche Namen genannt haben, spielt man mit mir Behörden-Tischtennis. Den Spielstand kennt allerdings niemand? "Ich habe alle Ausführungen und Stellungnahmen zur Kenntnis genommen, bitte aber um Verständnis dafür, dass ich objektiv den tatsächlichen Verlauf nicht mehr nachvollziehen kann", heißt es in der Antwort auf meine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen eine mir namentlich unbekannte Jugendamtsmitarbeiterin, die schweigend draußen stand, als zwei Polizisten mit Taschenlampen die von mir vorsichtig geöffnete Wohnungstür aufrissen und mich an die Wand drängten. Warum sie das taten, verrieten sie mir erst einmal nicht, sie kümmerten sich auch nicht um meinen Protest gegen dieses illegale Vorgehen. Erst als die Polizeibeamten wieder draußen waren, sagte der Beamte, der sich Weigand nannte, ich müsse nun mit einem Verfahren wegen Beihilfe zu einer Kindesentführung rechnen. Kurz zuvor hatte dieser Beamte behauptet, er dürfe mit seinem Kollegen meine Wohnung durchsuchen, weil ich möglicherweise "eine Person verberge". Was laut § 31 Polizeigesetz nicht zutreffend ist.

Weiter schreiben die Zentralen Dienste: "Es steht außer Frage, dass die von Ihnen geschilderte Situation am 17. 6. 2013 für alle Beteiligten emotional sehr belastend war." Diesen Eindruck habe ich weder bei den Polizeibeamten noch bei der schweigenden Jugendamtsmitarbeiterin gehabt. Ihr kam auch kein Wort der Entschuldigung über die Lippen, als man festgestellt hatte, dass ich keine "Person verberge".

Dann wird mir noch mitgeteilt, dass vom Jugendamt, "zu dem auch der Jugendsozialdienst gehört", eine immer erreichbare Rufbereitschaft unterhalten werde. Eine Aufgabe des Jugendsozialdienstes ist laut Internetauftritt der Stadt Wilhelmshaven der "Schutz von Kinder und Jugendlichen in Notsituationen (Kindeswohlgefährdung)". Es bestand also der dringende Verdacht, dass ich ein Kind in Not bringe - und das darf jeder einfach ohne Überprüfung behaupten?

Ich weiß, dass sich Behörden dieses Recht herausnehmen. Es gibt so viele Fälle von Jugendamts-Willkür, dass ich für die Würdigung solcher Skandale die Seiten www.wagniskinder.de eingerichtet habe. Doch ich habe stets behauptet, dass es in Wilhelmshaven solche Skandale nicht gäbe. Nun bin ich eines Schlechteren belehrt worden.

Die Zentralen Dienste weisen mich darauf hin, dass mir bei einer Dienstaufsichtsbeschwerde kein "Anspruch auf nähere Begründungen" zustehe. Dafür müsse ich den Klageweg beschreiten. Erst einmal aber warte ich ab, was das Innenministerium zu Polizeibeamten sagt, die bei einer Wohnungsdurchsuchung falsche Namen benutzen.

Zum Schluss sei mir noch ein Zitat aus dem Schreiben des stellvertretenden Leiters der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland gestattet (Hervorhebungen von mir): "Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindes- bzw. Jugendlichenwohlgefährdung bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mit Fachkräften abzuschätzen, ggf. sind das Familiengericht, andere Leistungsträger, Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei einzuschalten."

Das stimmt. Die Aktion des Jugendamtes ist also illegal gewesen.

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Polizei mit Taschenlampen (XVIII): Bei Anruf Flucht

Donnerstag, 25. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXVI)

Büroleiter nicht seit einer Woche wieder da - sondern noch eine Woche im Urlaub

"Wähle 3, 3, 3 auf dem Telefon, wähle 3, 3, 3 und du hast mich schon", hat der britische Schlagersänger Graham Bonney vor Jahrzehnten vor sich hin geträllert. Eine Klassenkameradin war stets hin und weg, wenn sie auch nur den Namen dieses Sängers hörte. Hin und weg sind auch der Büroleiter Hilmer und sein Stellvertreter Dr. Kornblum aus dem niedersächsischen Innenministerium.

Wähle 0511/120 60 15....Habe ich vor einer Woche das erste Mal getan. Die Nummer bekam ich von der Büroleiterin im niedersächsischen Justizministerium, die eine Beschwerde von mir an das niedersächsische Innenministerium weitergeleitet hatte. Empfänger sei ihr Kollege Hilmer gewesen. Doch den erreichte ich nicht. Eine freundliche Dame gab mir die Auskunft, der Büroleiter sei erst am nächsten Tag wieder da, sie werde aber sofort seinen Stellvertreter Dr. Kornblum informieren, der mich zurückrufe - und zwar noch am gleichen Tage.

Wähle 0511/120 60 15...Da ich bis heute keinen Rückruf bekommen habe, wählte ich diese Nummer ein zweites Mal. Wieder war eine freundliche Dame am Telefon. Die teilte mir nun mit, der Büroleiter Hilmer sei noch bis zum 2. August 2013 im Urlaub, sein Stellvertreter sei ebenfalls nicht vorher zu sprechen, weil er zurzeit nicht im Hause und nächste Woche mit dem Minister unterwegs sei.

Dann wollte sie wissen, worum es geht. Ich erzählte ihr die Geschichte in aller Kürze: "Bei mir hat es am 17. Juni 2013 auf Veranlassung des Wilhelmshavener Jugendamtes eine Wohnungsdurchsuchung gegeben. Die Polizeibeamten sollen falsche Namen genannt haben. Meine Beschwerde ist am 3. Juli 2013 vom Justizministerium ans Innenministerium weitergeleitet worden." Ihre Antwort: "Der Vorgang wird sicherlich auf dem Schreibtisch von Herrn Hilmer liegen."

Da liegt er bestimmt gut. Und wie lange noch? Auch eine schriftliche Stellungnahme des Wilhelmshavener Jugendamtes gibt es bis heute nicht, obwohl die Wohnungsdurchsuchung zweifellos illegal gewesen ist. Oder deswegen?

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Eine Kopie dieses Beitrages habe ich an die Stadt Wilhelmshaven und an die Wilhelmshavener Polizei geschickt.

Polizei mit Taschenlampen (XXVII): "Objektiv nicht mehr nachvollziehbar"

Montag, 22. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXV)

Bei der Wohnungsdurchsuchung hat mich ein Polizeibeamter
an die Wand gedrängt, einiges fiel aus den Setzkästen.




















Bürger fragen - niemand antwortet?

Am Donnerstag habe ich zwei Ministerien wegen der Wohnungsdurchsuchung am 17. Juni 2013 angerufen. Das Innenministerium teilte mir mit, dass der zuständige Büroleiter am Freitag wieder an seinem Schreibtisch sei. Schon vorher bekäme ich einen Anruf von seinem Stellvertreter.

Angerufen hat keiner von beiden. Mit einem Rückruf habe ich auch nicht gerechnet. Das Wilhelmshavener Jugendamt soll derweil bei der Behauptung bleiben, diese Behörde habe mit der Wohnungsdurchsuchung nichts zu tun. Das Gegenteil ist aber von der Wilhelmshavener Polizei bereits schriftlich behauptet worden.

Sie sind in der Zwickmühle. Die Stellungnahmen von Polizei und Jugendamt müssen sich widersprechen, falls die Karten nicht auf den Tisch gelegt werden. Wenn das Wilhelmshavener Jugendamt inzwischen fragt, was ich mit meinen Beschwerden erreichen will, dann ist die Antwort einfach: korrektes und angemessenes Verhalten!  Sachdienlich wären auch Polizeibeamte, die sich vor solchen Aktionen ausweisen - statt falsche Namen zu nennen.

Polizei mit Taschenlampen (XXVI): Vergebliche Anrufe

Mittwoch, 17. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXIV)

Mitarbeiterin der Stadt Wilhelmshaven meldet sich

Im Zweifelsfalle für den Urlauber. Seit vier Wochen warte ich auf eine Stellungnahme zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Jugendamt von Wilhelmshaven. Diese Behörde hat bei mir am 17. Juni 2013 eine illegale Wohnungsdurchsuchung veranlasst, bei der zwei Polizeibeamte auch noch falsche Namen genannt haben. Deswegen schaltete ich auch das niedersächsische Innenministerium ein. Das ebenfalls noch nicht antwortete.

Da mir die Wartezeit inzwischen zu lang wird, habe ich heute die Zentralen Dienste der Stadt Wilhelmshaven angerufen. Der für Dienstaufsichtsbeschwerden zuständige Mitarbeiter macht Urlaub. Am Dienstag nächster Woche kehrt er an seinen Arbeitsplatz zurück. Eine Kollegin von ihm verspricht mir: "Ich gehe sofort zum Vorgesetzten. Dann bekommen Sie von mir einen Anruf." Heute noch - spätestens aber morgen. Diesen Anruf habe ich soeben bekommen. Dienstag soll Schwung in die Sache kommen.

Seit gestern gibt es zudem ein neues "Super-Grundrecht". Hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verkündet. Mit dieser Äußerung bewies er zwar nur, dass er das Grundgesetz noch nicht gelesen hat, aber man kann durchaus so tun, als nehme man diesen Herrn ernst, der offensichtlich lügt, wenn er sagt, eigentlich wisse man noch nichts über die Schnüffelei der NSA, während ein weiteres Dokument auftaucht, mit dem bewiesen wird, dass die Bundeswehr schon vor zwei Jahren von dem Spionageprogramm gewusst hat. Friedrich zufolge ist also am 17. Juni 2013 mein "Super-Grundrecht" auf Sicherheit meiner Wohnung verletzt worden.

Dass sich Jugendämter bei ihren Maßnahmen nicht an die Gesetze halten, ist mir keinesfalls neu. Deswegen habe ich mit solchen Behörden auch nur Kontakt aufgenommen, wenn es keinen anderen Weg mehr gab.

Beispiele gefällig? Fall eins: Ein Bekannter aus Herne ruft mich an. Er kenne eine Mutter mit Kind, die ein vorübergehendes Zuhause suche. Wir nehmen Mutter und Kind auf, der Junge wird bei der Schule angemeldet, besucht regelmäßig den Unterricht. Dann verschwindet die Mutter mit ihrem Kind wieder. Zu nächtlicher Stunde ruft mich das Kind an. Der Junge beschreibt mir, wo er sich gerade befindet. Ich hole ihn ab. Am nächsten Tag rufe ich das Jugendamt von Dortmund an, weil die Mutter dort zuletzt gelebt hat. Ich vermute, dass auch der Vater des Kindes dort wohnt. Und was antwortet mir die Jugendamtsmitarbeiterin: "Was wollen Sie eigentlich von mir? Warum behalten Sie das Kind nicht?" In einer privaten Aktion mache ich den Vater ausfindig, wir treffen uns mit ihm und organisieren die Rückkehr des Kindes. Wäre ich dem Vorschlag des Dortmunder Jugendamtes gefolgt, hätte sicherlich irgendwann die Polizei vor unserer Tür gestanden - und die Behörde hätte behauptet, dass niemand gesagt habe, ich könne das Kind behalten.

Fall zwei: Ich organisiere in Hannover ein Treffen eines Vaters und einer Mutter, um zu erreichen, dass sich beide um ein Kind kümmern, das sie in die Welt gesetzt haben. An dem Gespräch darf ich nicht teilnehmen, weil ich kein "Beteiligter" sei. Dass ich mich seit Monaten um den Jungen kümmere, interessiert niemanden. Bei dem Treffen bekommen Vater und Mutter eine Broschüre mit dem Titel "Ein Kind hat das Recht auf beide Eltern". Bei diesem Hinweis bleibt es. Das Jugendamt zieht sich wieder zurück.

Vor über zwei Jahren hat mir ein Professor und Buchautor, der mehrere 100 Sorgerechtsfälle bearbeitet hat, gesagt: "Was Jugendämter und Familiengerichte tun, ist dermaßen skandalös, dass ich mich darüber wundere, warum niemand diesem Treiben Einhalt gebietet."

Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten. Jugendämter werden kaum oder gar nicht kontrolliert. Auf politischer Ebene sind die Jugendhilfeausschüsse zuständig. Denen kann man schreiben, was man will, eine Antwort bekommt man nicht. Habe ich mehrfach erlebt. Wendet man sich an den Oberbürgermeister oder den Bürgermeister, schickt der einen zu einem Verfahrensbeteiligten, der sich sogleich auf den Datenschutz beruft. Habe ich ebenfalls mehrfach erlebt.

Die Tatsache, dass sich Oberbürgermeister Andreas Wagner von mir den aktuellen Fall hat schildern lassen, ist ungewöhnlich. Die Nachricht an das Wilhelmshavener Jugendamt, man möge sich darum kümmern, ist ebenfalls ungewöhnlich. Dass diese Behörde versucht, Versprechen zu brechen, ist dagegen nicht ungewöhnlich. In die Behauptungen des Jugendamtes bekomme ich auch keine Logik. Erst teilt mir eine Jugendamtsmitarbeiterin per mail mit, es gäbe noch ein paar hinderliche Gerichtsverfahren, die beendet werden müssten. Kaum haben wir die alle niedergeschlagen, wird der Mutter von einer anderen Jugendamtsmitarbeiterin die Einschaltung eines Anwaltes empfohlen. Dann heißt es, man müsse erst einmal wissen, wo die Pflegeeltern des Mädchens wohnen, das bisherige Jugendamt sei wohl kaum noch zuständig.

Polizei mit Taschenlampen (XXV): Bürger fragen

Montag, 15. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXIII)

Nur Wohnungsdurchsuchungen gehen schnell?

"Es ist wohl das Beste, wenn wir beide das regeln." Hat soeben ein Jugendamtsmitarbeiter gesagt. Er ist - habe ich nach unzähligen Anrufen endlich herausgefunden - zuständig für eine Vierjährige, die seit dem 1. April 2011 bei Pflegeeltern im Raum Münster lebt. Die Mutter wohnt seit dem 29. September 2012 in Wilhelmshaven, der Bruder der Kleinen ist am Wochenende zum vierten Mal in Wilhelmshaven gewesen. Er möchte nach über drei Jahren endlich seine Schwester wiedersehen.

Erstaunt hat mich, dass dieser Jugendamtsmitarbeiter nichts über die jüngsten Entwicklungen wusste. Ihm war nicht bekannt, dass die Mutter inzwischen in Wilhelmshaven lebt, er wusste auch nicht, dass ein vom Familiengericht Münster im Juli 2012 ausgesprochenes Umgangsverbot seit über einem Vierteljahr nicht mehr gilt, auch die Frage, warum die Kosten für die Pflegestelle des Mädchens noch nicht auf Wilhelmshaven übertragen worden sind, konnte er nicht beantworten.

Die beiden Gespräche mit dem Wilhelmshavener Jugendamt am 20. Februar und am 15. April 2013 scheinen also wirkungslos geblieben zu sein. Angefordert worden ist offenbar weder die Akte, auch mit dem zuständigen Jugendamtsmitarbeiter kann sich niemand unterhalten haben. Was der Mutter und mir versprochen worden ist, wurde warum nicht eingehalten? Illegale Aktionen, wie die am 17. Juni 2013 veranlasste Durchsuchung meiner Wohnung dagegen gehen ohne längeres Nachdenken über die Bühne?

Der Jugendamtsmitarbeiter will sich nun schlau machen. Dann ruft er mich an. Das Wilhelmshavener Jugendamt habe ich soeben in einer mail gebeten, bis dahin nichts zu tun. Was dieser Behörde bisher gelungen ist, müsste auch noch ein paar weitere Tage zu schaffen sein...Schließlich geht es nur um zwei Kinder, die sich seit über drei Jahren nicht gesehen haben.

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Polizei mit Taschenlampen (XXIV): Mitarbeiterin der Stadt ruft zurück

Sonntag, 14. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXII)

Bürokratismus vs Kinderträume

"Don´t stop me now" (Queen)

Aus der grauen Masse von Jugendamtsmitarbeitern und Familienrichtern ragt für mich immer noch jene Familienrichterin und jener Jugendamtsmitarbeiter heraus, die folgendes taten: Eine Mutter, die aus einer Einrichtung der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg geflüchtet ist, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, geht sofort zum Jugendamt, das bereits von der Einrichtung angerufen worden ist, das Familiengericht beraumt einen Termin an und lädt dazu jene Mitarbeiterin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg vor, die nur Negatives über die Mutter zu berichten weiß. Vor Gericht kann diese Mitarbeiterin keinen einzigen Vorwurf belegen, in einem anschließenden Gespräch eines Experten mit dem Leiter der Einrichtung erweist sich auch dieser als unfähig, Bedenken zu konkretisieren. Warum das Kind dieser Mutter in Lüneburg bleiben soll, kann er nicht begründen. Sofort wird die Rückkehr des Kindes angeordnet. Was der Leiter der Einrichtung bis heute offenbar nicht verwunden hat. Immer noch verleumdet Ruthard Stachowske diese Mutter - ohne ihren Namen zu nennen - im Netz. Das stört weder die Evangelische Hochschule Dresden, wo dieser Sozialpädagoge Honorarprofessor ist, das stört auch den Geschäftsführer der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg nicht. Sie lassen diesen Sozialpädagogen machen. Der auch auf mich so wütend ist, dass er mir zwei Beiträge auf seinen Seiten gewidmet hat. Das Wichtigste ist jedoch: Das Kind ist nicht mehr in einer Einrichtung der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg.

Das Kinder- und Jugendhilfesystem in Deutschland ist marode und dermaßen kompliziert, dass Kinder unter Gesetzesbergen verschütt gehen können. Außerdem wähnen sich Jugendämter einer so großen Machtfülle, dass sie - wie jetzt in Wilhelmshaven geschehen - ohne jeden triftigen Grund die Polizei zu Wohnungsdurchsuchungen losschicken können. Kundig machen muss sich da im Zweifelsfalle niemand. Bei jedem anderen Vorwurf hätte erst einmal ein Richter eingeschaltet werden müssen, der einen Durchsuchungsbefehl für meine Wohnung erlässt. Das gehört zu einem Rechtsstaat. Diese Rechtsauffassung ist mir schriftlich von der Wilhelmshavener Polizei bestätigt worden. Schließlich habe ich nicht mit einer Pistole in der Hand auf einem Balkon ein Kind bedroht. Jugendämter machen unbescholtene Bürger rechtloser als so manchen Schwerverbrecher. Stellen sich Beschuldigungen und Vermutungen als falsch heraus, werden entweder neue genannt oder sie sollen in Vergessenheit geraten. Dazu reicht oft ein Satz: "Es gibt inzwischen eine positive Entwicklung." Auf eine Begründung kann getrost verzichtet werden. Das Jugendamt muss das nur behaupten, schon ändern auch Familienrichter ihre Meinung.

Es ist lange her, dass ein Familienrichter aus Hannover zu mir gesagt hat: "Ich weiß, dass vor keinem Gericht so viel gelogen wird wie vor meinem." Damals ging es um ein Kind aus der ersten Ehe meiner Frau. Als wir uns scheiden lassen wollten, schlug der Richter vor: "Ich schalte das Jugendamt ein, denn Sie sind ein toller Vater." Ich bat ihn, das bleiben zu lassen. Ich habe offenbar damals den richtigen Riecher gehabt. Wer weiß, was geschehen wäre, wenn sich das Jugendamt eingeschaltet hätte...Irgend jemand hätte bestimmt an diesem Kind herumgezerrt. Alles natürlich im Namen des Kindeswohls...

Freitag und Samstag ist der Junge aus Münster mit seinem Vater in Wilhelmshaven gewesen. Ich habe die kleine Familie nach Hooksiel gefahren. Das ist inzwischen einer der Lieblingsplätze des Kleinen. Schon seit Monaten hat das Wilhelmshavener Jugendamt die Telefonnummer des Vaters. Nicht einmal ein Anruf ist bis heute von dieser Behörde für nötig befunden worden. Seit Freitag erklärt man sich für nicht zuständig. Das Kindeswohl endet offenbar an Behördengrenzen.

Für dieses Thema zeigt auch Bundespräsident Joachim Gauck keinerlei Interesse. Auf entsprechende Hinweise habe ich keine Antwort bekommen. Was der mit Freiheit meint, ist mir seitdem rätselhaft. Offenbar meint er seine Freiheit, salbungsvolle Reden zu halten...

Ja. Es hat auch schon andere Politiker gegeben. Die nahmen noch ernst, was sie sagten. Die antworteten umgehend. Ein Beispiel: der spätere Bundeskanzler Willy Brandt, als ich ein bürokratisches Problem mit einer Schule hatte. Das löste er innerhalb von drei Tagen. Ähnlich schnell reagiert auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär bei familienpolitischen Themen.

Lesetipp: Das interessiert den Bundespräsidenten nicht

Polizei mit Taschenlampen (XXIII): Nur illegale Aktionen gehen schnell?







Freitag, 12. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XXI)

Das Amnesie-Amt

Sehr geehrter Herr Tjaden,

wie Ihnen bereits mitgeteilt wurde, können wir in der Sache  aus datenschutzrechtlichen Erwägungen keine Auskünfte an Dritte erteilen. Außerdem haben wir Sie mehrfach darauf hingewiesen, dass die örtliche Zuständigkeit nicht beim Jugendamt Wilhelmshaven liegt.

Ich möchte Sie daher bitten, Ihre Anliegen ggf. dem zuständigen Jugendamt Münster vorzutragen.

Mit freundlichem Gruß
Rita E.-R.
Abteilungsleiterin Pädagogische Dienste
Jugendamt Wilhelmshaven
Postfach 2353
26363 Wilhelmshaven


Mit dieser mail, die ich heute bekommen habe, will sich das Wilhelmshavener Jugendamt wohl zu jenen Behörden gesellen, die man nur im Beisein von mindestens einem Dutzend Zeugen aufsuchen sollte. Vorwärts - und alles vergessen. Wie hat es eigentlich um den Schutz meiner Privatsphäre ausgesehen, als dieses Jugendamt am 17. Juni 2013 bei mir eine Wohnungsdurchsuchung veranlasste, die mit der Ankündigung eines Polizeibeamten endete, ich hätte nun mit einem Strafverfahren wegen Beihilfe zu einer Kindesentführung zu rechnen? Wie sorgfältig wurde eigentlich vor diesem Einsatz geprüft, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich ein Kind verstecke?

Zu den Fakten: Eine Mutter aus Münster, deren Junge beim Vater und deren Tochter seit dem 1. April 2011 bei einer uns unbekannten Pflegefamilie lebt, ist am 29. September 2012 nach Wilhelmshaven gezogen, weil uns versichert wurde, dass sich das Jugendamt um den Fall kümmere, sobald diese Mutter in Wilhelmshaven lebt. Am Montag nach dem Umzug - also zwei Tage später - sind die Mutter und ich im Familienzentrum Nord gewesen. Dort sprachen wir mit einem Sozialpädagogen und gaben ihm einige Schriftstücke zur Weiterleitung an das Jugendamt. Die Mutter unterschrieb in meinem Beisein eine Schweigepflichtsentbindungserklärung.

Das erste offizielle Gespräch mit dem Jugendamt von Wilhelmshaven fand am 20. Februar 2013 statt. Anwesend waren die Mutter, die Abteilungsleiterin der Pädagogischen Dienste Rita E.-R., der Jugendamtsmitarbeiter C. und ich. Versprochen wurde uns, dass sich das Wilhelmshavener Jugendamt die Akten aus Münster kommen lässt. Da es damals noch ein Umgangsverbot der Mutter mit ihrer Tochter gab, das am 31. März 2013 endete, sagte Rita E.-R., dass die Akte vom Familiengericht Münster nach Beendigung des Umgangsverbotes "gezogen" werde. Das ist bis heute nicht geschehen. Außerdem ist die Mitarbeiterin des Jugendamtes von Münster, die Teile des Sorgerechtes für das Mädchen hat, in Rente gegangen. Heute habe ich nach mehreren Anrufen in Münster herausgefunden, wie der Nachfolger heißt. Den soll ich am Montag anrufen.

Das zweite Gespräch fand am 15. April 2013 im Familienzentrum Nord statt. Dazu eingeladen hatte der Jugendamtsmitarbeiter C. Dieser Einladung folgten die Mutter, der Sozialpädagoge des Familienzentrums Nord, der das Protokoll führte, und ich. Wir waren uns einig, dass für den Jungen kein Jugendamt mehr zuständig ist, die Kosten für die Pflegestelle des Mädchens müssten von Wilhelmshaven übernommen werden, da die Mutter in Wilhelmshaven lebt. Sobald das geschehe, wollte uns der Jugendamtsmitarbeiter C. mitteilen, wo das Mädchen lebt. Außerdem sollte ein Wiedersehen der Geschwister - möglichst im Beisein der Eltern - organisiert werden.

Inzwischen ist der Junge drei Mal in Wilhelmshaven bei seiner Mutter zu Besuch gewesen, heute Abend kommt er zum vierten Mal. Außerdem bekam ich am Montag von dem Jugendamtsmitarbeiter C. das Protokoll des Gespräches vom 15. April 2013. Und nun verschanzt sich das Wilhelmshavener Jugendamt hinter dem Datenschutz? Obwohl es nichts gibt, was ich nicht weiß? Obwohl ich bei jedem Gespräch anwesend sein durfte? Obwohl ich mehrfach mit dem Jugendamtsmitarbeiter C. telefoniert habe?

Nach einer illegalen Wohnungsdurchsuchung ist vor dem Schotten dicht machen? Und dem Jungen soll ich jetzt erklären, dass er noch lange warten kann, bis er seine Schwester wiedersieht, weil das Wilhelmshavener Jugendamt Versprechen bricht? Was nur haben diese beiden Kinder den Behörden angetan? Die beiden sind doch erst 4 und fast 6 Jahre alt - und können das Wort "Willkür" noch gar nicht buchstabieren...

"Manchmal kann ich gar nicht so viel trinken wie ich kotzen möchte" heißt es in einem Roman von Johannes Mario Simmel...

Ich werde diesen Beitrag an das Büro des Oberbürgermeisters schicken.

P. S. Bei den ersten beiden Sätzen in der mail von Rita E.-R. handelt es sich um Lügen!

Polizei mit Taschenlampen (XXII): Bürokratismus vs Kinderträume

Mittwoch, 10. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XX)

Mail an das Jugendamt und die Zentralen Dienste

"Das dürfen die doch gar nicht." Sagt heute eine Wilhelmshavenerin, die viele Jahre lokalpolitisch aktiv gewesen ist. Auch nach ihrer Auffassung hätte die Polizei niemals am 17. Juni 2013 in meine Wohnung eindringen dürfen. Dass die Beamten bei der Wohnungsdurchsuchung auch noch falsche Namen genannt haben sollen - Auskunft der Polizei - geht überhaupt nicht mehr in ihren Kopf.

Meine Berichte über die illegale Aktion des Wilhelmshavener Jugendamtes haben immer noch täglich um die 1 000 Leserinnen und Leser. Seit 2008 berate ich Eltern, Mütter und Väter, die Probleme mit Jugendämtern haben. Aus einem Fall habe ich die Broschüre "Böse Kinder kommen in böse Kliniken" (erschienen bei www.lulu.com) gemacht, in einer anderen Broschüre mit dem Titel "Meine Tante und die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch" analysierte ich die Methoden eines Sozialpädagogen, der zwischenzeitlich sogar über seinen Anwalt behaupten ließ, sein Mandant sei Doktor der Psychologie!

Auch dieser Sozialpädagoge startete illegale Aktionen. Eines Tages behauptete er, er habe von einer Ex-Klientin SMS mit Beschimpfungen bekommen und verstecke ein Kind aus der Einrichtung. Auch diese Frau musste eine Wohnungsdurchsuchung über sich ergehen lassen. Dass die SMS gar nicht von ihr stammen konnten, bewiesen mein Anwalt und ich im Handumdrehen.

Heute habe ich dem zuständigen Mitarbeiter des Wilhelmshavener Jugendamtes eine Mail geschickt, eine Kopie bekamen die Zentralen Dienste der Stadt Wilhelmshaven, die sich um die Hintergründe der Wohnungsdurchsuchung kümmern. Bei zwei Gesprächen mit diesem Jugendamtsmitarbeiter sind bestimmte Schritte vereinbart worden, die dazu führen sollen, dass sich zwei Kinder wiedersehen.

Das soll nicht in Vergessenheit geraten. Illegale Aktion des Wilhelmshavener Jugendamtes hin oder her...Die Namen der Kinder, um die es geht, sind übrigens echt...

Polizei mit Taschenlampen (XXI): Das Amnesie-Amt

Dienstag, 9. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XIX)

Wo Ordnungsdienst drauf steht ist nicht immer Ordnungsdienst drin

Nun warnt die Polizei vor Betrügern, die in der Stadt unterwegs sind und sich als Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt Wilhelmshaven ausgeben. Sie tragen T-Shirts mit dem Aufdruck "Ordnungsamt" oder "Ordnungsdienst", halten Hundehalter an und kassieren, wenn am Halsband keine Steuermarke baumelt, sie stoppen Radfahrer und verhängen Strafen für angebliche Verkehrsverstöße. Diese Warnung endet mit dem Hinweis "Bei Zweifeln an der Identität von Ordnungsdienstmitarbeitern sollte man sich den Dienstausweis zeigen lassen. Wird das abgelehnt, sollte sofort die Polizei informiert werden." Und dann kommen Weigand und Schweiger?

In Wilhelmshaven kann man offenbar keine Realsatire mehr schreiben. Da dringen in meine Wohnung zwei Polizeibeamte ein, die nach der Wohnungsdurchsuchung falsche Namen angeben - und was bekomme ich zur Antwort? Der stellvertretende Polizeichef von Wilhelmshaven teilt mir mit, dass die Aktion in Ordnung gewesen sei, außerdem habe man lediglich im Auftrag des Wilhelmshavener Jugendamtes gehandelt. Immer noch warte ich auf eine Antwort auf meine Frage, wie diese Polizeibeamten tatsächlich hießen.

Außerdem weiß ich inzwischen, dass man auch dann vorsichtig sein muss, wenn man als Radfahrer von echten Ordnungsdienstmitarbeitern angehalten wird. Das gilt sogar dann, wenn ein Polizeibeamter dabei ist. So geschehen am 19. Juni 2012. An diesem Tag stoppten mich drei Ordnungsdienstmitarbeiter und ein Polizeibeamter. Anschließend bekam ich auch noch einen falschen Bußgeldbescheid. Als ich mich vor Gericht dagegen wehrte, behauptete der Polizeibeamte, ich sei gar nicht von vier Männern angehalten worden, sondern von einem Ordnungsdienstmitarbeiter und von ihm. Der Richter reagierte überhaupt nicht auf meine Forderung, diesen Sachverhalt aufzuklären. Er verurteilte mich.

Vielleicht sind die Betrüger, die jetzt unterwegs sind, davon inspiriert worden? Möglicherweise haben sie sich gedacht, wenn es so leicht ist, an das Geld anderer Leute heranzukommen, warum probieren wir es nicht einmal selbst? In einer Stadt, in der ich schon seit über drei Wochen auf befriedigende Stellungnahmen der Polizei und des Jugendamtes warte, halte ich auch das für möglich. Da passt doch ein Ratsherr, der einen Anwalt eingeschaltet hat, weil ich angeblich ein Lichtbild von diesem Lokalpolitiker veröffentlicht habe, geradezu perfekt ins Bild seltsamer Vorkommnisse, an die sich irgendwann niemand mehr erinnern will. Auf dieses Anwaltsschreiben habe ich überhaupt nicht reagiert - und was geschieht? Nichts mehr...Obwohl dieser Lokalpolitiker liebend gern von mir 300,01 Euro für jede weitere Veröffentlichung seines Lichtbildes verlangt hätte. Einige Anwälte mögen solche Mandanten. Denn ihr Honorar bekommen sie auf jeden Fall.

Polizei mit Taschenlampen (XX): Mail an Jugendamt und Zentrale Dienste

Montag, 8. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XVIII)

Eine Zeichnung von Sarah.




















Hoher Besuch aus Lübeck

Gestern habe ich hohen Besuch aus Lübeck gehabt, der beim Wochenende an der Jade aus dem Toggo-Land nicht mehr zu vertreiben war. Die Kleine huschte von Spielangebot zu Spielangebot, denn eins war toller als das andere.

Dann musste Sarah wieder nach Hause. Zurück ließ sie einen Gruß an das Wilhelmshavener Jugendamt: "Das dürfen die gar nicht." Damit meinte die Achtjährige, die mein Bilderbuch "Wenn Zahlen einen Kopfstand machen" illustriert hat - erschienen bei www.lulu.com - die Wohnungsdurchsuchung bei mir. Polizeibeamte müssten einen Ausweis haben, meinte die Kleine. Falsche Namen nennen sei nicht in Ordnung.

Sarah hat einen Bruder mit einer schier unglaublichen Geschichte. Als Säugling kam er zu Pflegeeltern, die ihrem Pflegekind erzählten, die Mutter sei tot. Auch dieser Kindesentzug gehört zu den vielen dunklen Kapiteln der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg - http://familiensteller.blogspot.com Als 11-Jähriger hat sich dieser Junge das Auto seiner Pflegeeltern geschnappt und ist damit durch den Ort gekurvt. Viele Zeitungen berichteten über diese Spritztour. Inzwischen lebt dieses Kind in einer Einrichtung in Schleswig-Holstein.

Die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg wird inzwischen von Serdar Saris geleitet, ehemals Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Regionsversammlung Hannover. Dieser Mann leitet auch die Step gGmbH in Hannover und reagiert nicht einmal, wenn man ihm erzählen will, dass es im Netz ein anonymes blog mit gefälschten und erpressten Dokumenten gibt, die nach Angaben seiner Vorgängerin gestohlen worden sind.

Kürzlich habe ich Michael von den Berg von den Grünen in Wilhelmshaven informiert. Eine Antwort bekam ich nicht...Ist sie noch zu erwarten?

Polizei mit Taschenlampen (XIX): Warnung der Polizei

Donnerstag, 4. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XVII)

Warten auf Godot

Dieses Spiel auf Zeit ist teuflisch: Hieß es am Montag noch, ich müsse nur zum Jugendamt gehen, um ein Gesprächsprotokoll abzuholen, werde ich nun auf nächste Woche vertröstet. Es gibt zwar mehrere Leute, die sich mit dem Fall beschäftigen, aber angeblich kann mir nur der Jugendamtsmitarbeiter das Protokoll geben, der zurzeit Urlaub macht. Auch die Wilhelmshavener Polizei hüllt sich nach einer ersten Stellungnahme zu der illegalen Aktion des Jugendamtes in Schweigen, bei der zwei Polizeibeamte bei der Durchsuchung meiner Wohnung angeblich falsche Namen genannt haben.

Nach den Erfahrungen, die ich mit der Staatsanwaltschaft von Hannover, mit dem Rechtsausschuss des niedersächsischen Landtages und mit dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gemacht habe, bin ich gespannt, wie sich die Beteiligten aus der Sache herauswinden. Wenn nicht einmal Lügen der Staatsanwaltschaft und die falsche Lagerung meines Eigentums Folgen haben, dann erwarte ich nicht mehr viel. Und wenn mich noch einmal ein Polizeibeamter und der Ordnungsdienst der Stadt Wilhelmshaven anhalten sollten, um mir etwas vorzuwerfen, was gar nicht geschehen ist, zahle ich fortan lieber gleich statt mir vor Gericht auch noch Aussagen anhören zu müssen, die Zeugen miteinander abgesprochen haben und in der Behauptung gipfeln, mein Hund habe im Fahrradkorb gesessen.

Wie so was läuft, habe ich schon 1990 in Hannover erlebt. Mit einem Redakteur des Evangelischen Kirchenfunks bereite ich eine Sendung über Sekten vor, dann trinken wir in einem Altstadtlokal noch einen Kaffee, anschließend steige ich in mein Auto und mache mich auf den Nachhauseweg. Hinter mir fährt ein Auto immer dichter heran. An der fünften Ampel betätigt der Fahrer die Lichthupe. Nach einigen 100 Metern bin ich so genervt, dass ich rechts heranfahre. Ein Mann in Zivil - der Beifahrer - fordert von mir im Namen der Polizei: "Steigen Sie aus!" Ich weise ihn auf meine Rechte hin. Das gefällt ihm gar nicht. Er will mich aus dem Auto holen. Deshalb steige ich aus. Der Mann wirft mir vor: "Sie sind 13 Mal bei Rot über eine Ampel gefahren." Ich schlage ihm vor: "Wir fahren zurück und stellen fest, wie viele Ampeln es von hier bis zur Altstadt gibt. Es sind fünf." Schon behauptet er, ich sei betrunken. Nun reicht es mir: "Wir fahren zum Revier. Dort mache ich einen Test. Dann bringen Sie mich wieder zu meinem Auto." Im Revier sagt ein Kollege der beiden Zivilen: "Bei dem muss ich keinen Test machen. Ich sehe auch so, dass der nicht betrunken ist." Ich bestehe auf den Test. Ergebnis: 0,0 Promille.

Nach einiger Zeit bekomme ich einen Bußgeldbescheid. Vorgeworfen wird mir nun nur noch ein Verkehrsverstoß. Dagegen wehre ich mich vor Gericht. Die beiden Zivilen sitzen vor der Verhandlung auf dem Flur und feixen. Ich mache meine Aussage, die beiden Polizeibeamten lügen der Richterin die Hucke voll. Man habe mich verfolgt, weil ich beim Verlassen der Altstadt das Rotlicht einer Fußgängerampel missachtet hätte. Meine Frage, wie viele Leute über die Straße gegangen sind, während ich mich mit dem Auto irgendwie an ihnen vorbeigeschlängelt habe, beantworten sie nicht. Auch für meinen Hinweis, dass eine Fußgängerampel nur auf Rot springt, wenn sich Fußgänger Grün holen, interessiert sich niemand. "Und was ist mit den anderen 12 Ampeln?", frage ich.

Dennoch muss ich es der Richterin damals schwer gemacht haben. In ihrem Urteil verlegt sie die Fußgängerampel 50 Meter nach hinten, die Strafe beträgt 130 Mark. Ich zahle und werde fortan fast bei jeder Fahrt durch Hannover von der Polizei angehalten. Das ändert sich erst nach dem Kauf eines neuen Autos.

Auch bei der Wohnungsdurchsuchung am 17. Juni 2013 bin ich allein gewesen. Ich habe keinen Zeugen dafür, dass meine Wohnungstür von einem Polizeibeamten aufgestoßen worden ist, dass ich an die Wand gedrängt worden bin, dass dabei Figuren aus einem Setzkasten gefallen sind, dass ich anschließend die Wache angerufen habe, dass die Bereitschaft des Jugendamtes am nächsten Tag bei meinem Anruf hämisch gelacht hat - deswegen bin ich gespannt, wie Jugendamt und Polizei den Hergang schildern.

Nicht nur in Wilhelmshaven, auch bei meinen Freunden und Bekannten in der Region Hannover geht diese Geschichte inzwischen rund. Es gibt auch Polizeibeamte, die rückhaltlose Aufklärung fordern, weil ihnen Kollegen stinken, die jede Vertrauensbasis zerstören. Diese Zerstörung der Fundamente erleben wir inzwischen überall. Offiziellen Verlautbarungen glauben nur noch wenige. Die meisten warten darauf, dass der Nächste der Lüge überführt wird.

Doch alles hat seine positive Kehrseite: Ehrliche Menschen werden immer kostbarer - und zum Glück kennt jeder ein paar davon...Und so nähert sich die Bundesrepublik Deutschland immer mehr der Nischen-Gesellschaft der DDR an.

Ein kluger Mensch hätte sofort ein Treffen mit der Jugendamtsmitarbeiterin, mit den Polizeibeamten, mit den Eltern des Jungen, den ich versteckt haben soll, und mit mir organisiert. Ich muss derweil mit anschauen, wie die ersten Fortschritte in einem komplizierten Fall wieder zerstört worden sind. Diese Fortschritte gab es übrigens ohne Jugendamt...

Polizei mit Taschenlampen (XVIII): Hoher Besuch aus Lübeck

Mittwoch, 3. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XVI)

Nun prüft auch das Innenministerium

Sehr geehrter Herr Tjaden,

Ihre o. g. e-Mail wurde zuständigkeitshalber an das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport, Lavesallee 6, 30169 Hannover, weitergeleitet.

Bitte wenden Sie sich bezüglich weiterer Fragen direkt dorthin.

Mit freundlichen Grüßen
Corinna Stark

Niedersächsisches Justizministerium
- Vorzimmer der Ministerin -
Am Waterlooplatz 1
30169 Hannover
Tel.: 05 11/1 20-50 69
Fax: 05 11/1 20-51 83
E-Mail: maritta.harling@mj.niedersachsen.de


Über die illegale Aktion des Wilhelmshavener Jugendamtes am 17. Juni 2013 mit zwei Polizeibeamten, die bei der Durchsuchung meiner Wohnung falsche Namen angegeben haben, informierte ich auch das niedersächsische Justiz- und das niedersächsische Innenministerium. Gestern Nachmittag bekam ich diese mail.

Derweil bin ich auf der Jagd nach einem Protokoll, das am 15. April 2013 bei einem Gespräch im Familienzentrum Nord geführt wurde. Der zuständige Jugendamtsmitarbeiter C., der nach der Wohnungsdurchsuchung nicht auf meine Rückruf-Wünsche reagierte, macht eine Woche Urlaub. Vertreten wird er von der Jugendamtsmitarbeiterin S., die von C. alles bekommen hat, was wichtig sein könnte. Nur das Protokoll nicht. Das hat sie mir heute noch einmal am Telefon bestätigt. Ich solle mich am Montag bei C. melden.

Meine Frage "Glauben Sie, dass Herr C. dann sensationeller Weise mit mir spricht?" hat sie mit einem freundlichen Lachen beantwortet.

Die Auskunft von gestern, dass auf Anweisung der Jugendamtsleitung das Protokoll beim Jugendamt für mich abholbereit sei, gilt offenbar nicht mehr...

 

Dienstag, 2. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XV)

Wilhelmshavener Zeitung, 17. Mai 2013










Geschwister wachsen am besten gemeinsam auf

"Jetzt hat das Wilhelmshavener Jugendamt ein Riesenproblem", habe ich am 24. Juni 2013 vermutet, weil mir der stellvertretende Chef der Wilhelmshavener Polizei mitgeteilt hatte, dass die illegale Wohnungsdurchsuchung bei mir vom Jugendamt veranlasst worden sei. Diese Probleme scheinen inzwischen so auszusehen: Irgendjemand hat in dieser Behörde die Telefonverbindungen gekappt, Akten sonnen sich irgendwo auf einer Südseeinsel...

SOS-Kinderdörfer werben derzeit mit dem Satz "Geschwister wachsen am besten gemeinsam auf". Das ist wahr - aber auch das Wilhelmshavener Jugendamt vertritt eine andere Auffassung, hat am Samstag vor dem Muttertag in der "Wilhelmshavener Zeitung" gestanden. Dagegen habe ich in einem Leserbrief protestiert.

Auch im aktuellen Fall sind ein Mädchen und ein Junge getrennt worden - am 24. September 2009 in Münster. Die Begründung haben die Mutter und ich vor mehreren Gerichten zerpflückt, doch unsere Argumente - belegt mit Schriftstücken - wurden nicht zur Kenntnis genommen. Zeuginnen hörte man nicht an. Bei unserem ersten Gespräch im Familienzentrum Nord am 2. Oktober 2012 legten wir einem Sozialpädagogen die wichtigsten Schriftstücke vor, er leitete sie mit schriftlicher Einwilligung der Mutter an das Jugendamt weiter. Dann wurde es vogelwild. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes teilte mir per mail mit, dass ihre Behörde nichts tun könne, so lange es noch schwebende Gerichtsverfahren gebe. Kurz davor war der Mutter vom Wilhelmshavener Jugendamt die Einschaltung eines Anwaltes empfohlen worden, sie hatte beim Wilhelmshavener Amtsgericht zwei Anträge gestellt. Da ich mich auf die Aussage der Jugendamtsmitarbeiterin verließ, schlugen die Mutter und ich in Münster alle Gerichtsverfahren nieder.

Danach fanden zwei Gespräche mit dem Jugendamt statt. Das zweite endete mit dem Versprechen, dass sich Bruder und Schwester erst einmal wiedersehen. Erläuterungen zu Zuständigkeiten von Jugendämtern erspare ich mir hier. "Da blicke ich auch nicht durch", hat jüngst eine Richterin am Verwaltungsgericht in Münster gesagt, "wenn ich mir die Gesetze anschaue, denke ich, dass man da wohl nicht alle Tassen im Schrank gehabt hat."

Dieses Zitat kennt auch das Wilhelmshavener Jugendamt. Bei den beiden Gesprächen habe über meine Erfahrungen bei der Beratung von Müttern und Vätern berichtet. Denn es ist durchaus vorgekommen, dass Jugendämter gesagt haben, wir erklären uns für zuständig. Die krassesten Fälle ereigneten sich in einer Einrichtung der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. Kaum war dort jemand abgehauen, begann eine Schmutzkampagne der Einrichtung gegen die Flüchtigen. So sollte erreicht werden, dass die Kinder in Lüneburg bleiben. Doch irgendwann spielte kaum noch ein Jugendamt oder ein Familiengericht mit. Die Kinder kehrten zurück, weil Jugendämter und Familiengerichte ihr Kreuz gerade gemacht hatten. Der Leiter dieser Einrichtung ist Anfang Juli 2011 entlassen worden, inzwischen bekleidet er eine andere Position und widmet mir auf seinen Seiten zwei Beiträge, die so viel Wahrheitsgehalt haben wie früher das "Neue Deutschland". Sogar gewonnene Gerichtsverfahren erfindet er. Gedeckt wird das alles von einem ehemaligen Fraktionschef der Grünen in der Regionsversammlung Hannover.

Das Versprechen des Wilhelmshavener Jugendamtes, dass sich Bruder und Schwester erst einmal wiedersehen, muss in einem Protokoll stehen, das ich angefordert habe. Ich bekam es immer noch nicht...

"Wilhelmshaven - Polizei - Taschenlampen" kann man inzwischen googeln.

12.45 Uhr
Anruf beim Familienzentrum Nord: Protokoll liegt im Jugendamt zur Abholung bereit...

13.55 Uhr
Anruf beim Jugendamt: Der zuständige Mitarbeiter ist seit Freitag in Urlaub. Die Vertretung weiß nichts über dieses Protokoll.

Polizei mit Taschenlampen (XVI): Nun prüft auch das Innenministerium



Montag, 1. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XIV)

Immer weniger Fehler bei Polizei-Quiz

Das klappt immer besser. Wenn ich in einem Café oder unterwegs die Namen von Polizeibeamten abfrage, die vor zwei Wochen bei einer illegalen Aktion des Wilhelmshavener Jugendamtes in meine Wohnung eingedrungen sind, antworten die meisten richtig mit den falschen Namen. Nur eine Frau hat heute bei meinem Polizei-Quiz noch ein wenig daneben gelegen. Sie sagte: "Die Polizisten nannten sich Wiegand und..." Das wird ihr morgen nicht wieder passieren.

Das klappt leider noch nicht: Im April hat ein Wilhelmshavener Polizeibeamter vor dem Wilhelmshavener Amtsgericht behauptet, mein Hund habe im Fahrradkorb gesessen, als er mich mit drei Mitgliedern des Ordnungsdienstes am 19. Juni 2012 anhielt. Diese Aussage hatte er zwar mit einem Ordnungsdienstler abgesprochen, der ebenfalls diese Behauptung aufstellte, aber mein Jagdterrier Mike Tjaden ist weiterhin zu Pfote unterwegs, wenn ich mich auf mein Rad schwinge. Darüber beschwert sich mein Hund hier. Vergeblich.

Das klappt überall: Über das Familienzentrum Nord habe ich beim Wilhelmshavener Jugendamt das Protokoll eines Gespräches mit Absprachen über das weitere Vorgehen in einem Sorgerechtsfall angefordert. Nach der illegalen Wohnungsdurchsuchung warte ich weiterhin vergeblich darauf, dass ich dieses Schriftstück bekomme. Der zuständige Jugendamtsmitarbeiter, den ich drei Tage nach der illegalen Aktion um einen Rückruf gebeten habe, meldet sich nicht. So handeln viele Jugendämter in Deutschland nach Pannen. Sie handeln gar nicht...Oder lassen so lange Zeit verstreichen, bis sie sagen können: "Nun ist es zu spät."

Polizei mit Taschenlampen (XV): Geschwister wachsen am besten gemeinsam auf