Dienstag, 2. Juli 2013

Polizei mit Taschenlampen (XV)

Wilhelmshavener Zeitung, 17. Mai 2013










Geschwister wachsen am besten gemeinsam auf

"Jetzt hat das Wilhelmshavener Jugendamt ein Riesenproblem", habe ich am 24. Juni 2013 vermutet, weil mir der stellvertretende Chef der Wilhelmshavener Polizei mitgeteilt hatte, dass die illegale Wohnungsdurchsuchung bei mir vom Jugendamt veranlasst worden sei. Diese Probleme scheinen inzwischen so auszusehen: Irgendjemand hat in dieser Behörde die Telefonverbindungen gekappt, Akten sonnen sich irgendwo auf einer Südseeinsel...

SOS-Kinderdörfer werben derzeit mit dem Satz "Geschwister wachsen am besten gemeinsam auf". Das ist wahr - aber auch das Wilhelmshavener Jugendamt vertritt eine andere Auffassung, hat am Samstag vor dem Muttertag in der "Wilhelmshavener Zeitung" gestanden. Dagegen habe ich in einem Leserbrief protestiert.

Auch im aktuellen Fall sind ein Mädchen und ein Junge getrennt worden - am 24. September 2009 in Münster. Die Begründung haben die Mutter und ich vor mehreren Gerichten zerpflückt, doch unsere Argumente - belegt mit Schriftstücken - wurden nicht zur Kenntnis genommen. Zeuginnen hörte man nicht an. Bei unserem ersten Gespräch im Familienzentrum Nord am 2. Oktober 2012 legten wir einem Sozialpädagogen die wichtigsten Schriftstücke vor, er leitete sie mit schriftlicher Einwilligung der Mutter an das Jugendamt weiter. Dann wurde es vogelwild. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes teilte mir per mail mit, dass ihre Behörde nichts tun könne, so lange es noch schwebende Gerichtsverfahren gebe. Kurz davor war der Mutter vom Wilhelmshavener Jugendamt die Einschaltung eines Anwaltes empfohlen worden, sie hatte beim Wilhelmshavener Amtsgericht zwei Anträge gestellt. Da ich mich auf die Aussage der Jugendamtsmitarbeiterin verließ, schlugen die Mutter und ich in Münster alle Gerichtsverfahren nieder.

Danach fanden zwei Gespräche mit dem Jugendamt statt. Das zweite endete mit dem Versprechen, dass sich Bruder und Schwester erst einmal wiedersehen. Erläuterungen zu Zuständigkeiten von Jugendämtern erspare ich mir hier. "Da blicke ich auch nicht durch", hat jüngst eine Richterin am Verwaltungsgericht in Münster gesagt, "wenn ich mir die Gesetze anschaue, denke ich, dass man da wohl nicht alle Tassen im Schrank gehabt hat."

Dieses Zitat kennt auch das Wilhelmshavener Jugendamt. Bei den beiden Gesprächen habe über meine Erfahrungen bei der Beratung von Müttern und Vätern berichtet. Denn es ist durchaus vorgekommen, dass Jugendämter gesagt haben, wir erklären uns für zuständig. Die krassesten Fälle ereigneten sich in einer Einrichtung der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg. Kaum war dort jemand abgehauen, begann eine Schmutzkampagne der Einrichtung gegen die Flüchtigen. So sollte erreicht werden, dass die Kinder in Lüneburg bleiben. Doch irgendwann spielte kaum noch ein Jugendamt oder ein Familiengericht mit. Die Kinder kehrten zurück, weil Jugendämter und Familiengerichte ihr Kreuz gerade gemacht hatten. Der Leiter dieser Einrichtung ist Anfang Juli 2011 entlassen worden, inzwischen bekleidet er eine andere Position und widmet mir auf seinen Seiten zwei Beiträge, die so viel Wahrheitsgehalt haben wie früher das "Neue Deutschland". Sogar gewonnene Gerichtsverfahren erfindet er. Gedeckt wird das alles von einem ehemaligen Fraktionschef der Grünen in der Regionsversammlung Hannover.

Das Versprechen des Wilhelmshavener Jugendamtes, dass sich Bruder und Schwester erst einmal wiedersehen, muss in einem Protokoll stehen, das ich angefordert habe. Ich bekam es immer noch nicht...

"Wilhelmshaven - Polizei - Taschenlampen" kann man inzwischen googeln.

12.45 Uhr
Anruf beim Familienzentrum Nord: Protokoll liegt im Jugendamt zur Abholung bereit...

13.55 Uhr
Anruf beim Jugendamt: Der zuständige Mitarbeiter ist seit Freitag in Urlaub. Die Vertretung weiß nichts über dieses Protokoll.

Polizei mit Taschenlampen (XVI): Nun prüft auch das Innenministerium



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