Donnerstag, 30. Oktober 2014

Wilhelmshavener Amtsgericht (II)

Das Ganze dann auch noch auf Deutsch?

24. Oktober 2014. Soll ich dir das noch einmal auf Deutsch erklären? Ist eine beliebte Frage, wenn sich jemand taub stellt. Dies ist zweifellos ein deutscher Satz: "Sofern innerhalb von zwei Wochen von Ihnen keine Stellungnahme bei Gericht eingeht, erstatte ich die Fahrtkosten in Höhe des oben genannten Betrages."

Dieser Satz steht in einer Mitteilung des Wilhelmshavener Amtsgerichtes vom 13. Oktober 2014. Bedeutet: Keine Stellung nehmen, Geld kommt. Aber nicht beim Wilhelmshavener Amtsgericht. Auf die Erstattung der Fahrtkosten warte ich übrigens seit dem 10. Juni 2014. Darauf habe ich das Gericht immer wieder hingewiesen.

Da mich die Warterei auf mein Geld nervt, wähle ich am 15. Oktober 2014 die Telefonnummer des Rechtspflegers, die auf dem Brief vom 13. Oktober 2014 steht. Ich sage ihm, dass ich keine Stellung nehmen werde. Wenn er wolle, würde ich ihm das auch schriftlich bestätigen. Will er. Mache ich noch am gleichen Tag. Das Geld kommt nicht.

Heute rufe ich den Rechtspfleger ein zweites Mal an. Er verbittet sich meine ständigen Anrufe. Ich sei nicht der Einzige, um den er sich kümmern müsse. Auch schreiben solle ich ihm nicht mehr. Ich mache ihm klar, dass er so mit mir nicht umspringen kann.

Darauf teilt er mir mit, dass er einen Beschluss zur Auslagenerstattung gefasst habe, der sei auf dem Postweg zu mir. Der Beschluss müsse erst rechtskräftig werden, bevor ich mein Geld bekäme. Heißt: Weiteres wochenlanges Warten. Wo aber steht in der Mitteilung vom 13. Oktober 2014 etwas über einen Beschluss, der noch gefasst werden muss? Soll ich das dem Wilhelmshavener Amtsgericht noch einmal auf Deutsch erklären?

Als ich dem Rechtspfleger dann auch noch mitteile, dass ich seit fast acht Wochen auf das schriftliche Urteil in einer anderen Sache warte, wird er plötzlich nett. Er lässt sich das Aktenzeichen geben, am Montag soll ich ihn noch einmal anrufen. Wenn er mir dann sagt, dass es keiner weiteren Stellungnahme von mir bedürfe, schlösse sich der Kreis der merkwürdigen Vorkommnisse.  Die würde ich ihm dann auf Deutsch erklären...

Das Zahlungswunder

27. Oktober 2014. Freitag protestiere ich ein zweites Mal beim Amtsgerichtsdirektor, Samstag bekomme ich den Beschluss zur Auslagenerstattung, der in 14 Tagen rechtskräftig wird, heute telefoniere ich noch einmal mit dem Rechtspfleger, der mir berichtet, dass meine Akte im Vorzimmer des Amtsgerichtsdirektors sei, zwei Stunden später ist das Geld auf meinem Konto. Und das Urteil in der anderen Sache? Das muss wohl noch geschrieben werden...

Amtsgerichtsdirektor entschuldigt sich

30. Oktober 2014. Heute hat sich der Direktor des Wilhelmshavener Amtsgerichtes persönlich bei mir entschuldigt. Der von mir gestellte Kostenantrag sei "tatsächlich längere Zeit unbearbeitet geblieben". Der Grund seien "Personalengpässe und langfristige Krankheitsausfälle".

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