Sonntag, 2. November 2014

Für zwei Broschüren

Dringend Kläger gesucht

Zwei Broschüren, die ich in jüngster Zeit bei www.lulu.com veröffentlicht habe, fühlen sich benachteiligt. Deshalb suche ich für "Zwei Schweinchen und ein Anzeiger" und für "Ein Mann names Paul Rohde" dringend Kläger. Eile ist geboten, da sonst die Gefahr bestünde, dass Gerichte die Klagen schon deshalb ablehnen, weil diese Broschüren zu lange unwidersprochen von mir angeboten worden sind.

Bei der Formulierung der Klageschrift bin ich gern behilflich, denn auch ich bin der Meinung, dass diese Broschüren nicht länger mit juristischer Missachtung gestraft werden dürfen. Die Klagen gegen meine Veröffentlichungen "Deutsche Presse nicht platt machen", "Lügen haben Jugendamts-Beine" und "Jagdszenen aus Wilhelmshaven" sind zwar nicht erfolgversprechend, sie sind aber gerade deshalb als Denkanstöße für die Vermeidung grober Fehler bestens geeignet.

Keinesfalls angegriffen werden sollten diese Broschüren, weil ich angeblich Ehrverletzendes, Verleumderisches oder Unwahres verbreite. Mit diesem Versuch sind bisher alle gescheitert. Der Hebel muss also woanders angesetzt werden. Die Verbreitung der Wahrheit sollte grundsätzlich verboten werden. Das ist durchaus möglich. Beweist ein Beispiel aus Hamburg. Dort gibt es ein Landgericht, das die Veröffentlichung der Wahrheit verbietet, wenn die Wahrheit jemandem schadet. Daran sollten wir uns bei der Formulierung der Klage halten. Was wahr ist, schadet.

Potentielle Kläger müssen diese Broschüren keinesfalls lesen. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate reichen. Kaum ein Richter kümmert sich um das Ganze und die Zusammenhänge, außer der Kläger hat Pech. Was natürlich auch geschehen kann. Dieses Pech kann man aber vermeiden, wenn man sich ausschließlich an Gerichte wendet, die nicht lange prüfen, was sie verurteilen.

Dafür sei mir dieses Beispiel erlaubt: In meiner Broschüre "Lügen haben Jugendamts-Beine" schreibe ich, dass zwei Polizeibeamte aus Wilhelmshaven am 17. Juni 2013 in meine Wohnung eingedrungen sind, weil sie in meiner Wohnung ein Kind vermuteten. Auch dafür bin ich zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die schriftliche Begründung des Wilhelmshavener Amtsgerichtes lautet: "Der Angeklagte verweigerte den Polizisten den Eintritt, worauf PK S. die Tür, die der Angeklagte nur einen kleinen Spalt weit geöffnet hatte, aufdrückte und beide Polizisten die Wohnung des Angeklagten betraten, dort Nachschau hielten, aber J. (gemeint ist das Kind) nicht fanden."

Wenn Sie nun feststellen sollten, dass ich fast das Gleiche geschrieben hatte und die Lügen der Polizeibeamten außen vor lässt, dann haben Sie das vergessen (ich zitiere ebenfalls aus dem schriftlichen Urteil): "Polizeibeamte (sind nicht) grundsätzlich glaubwürdiger als andere Personen, (die Richterin hat ihnen Glauben geschenkt, weil sie) bei ihrem Einsatz weder Anlass zu einem Scherz hatten noch einen Grund, etwas zu verschweigen - sie gingen von der Rechtmäßigkeit der Durchsuchung aus."

Bei der Formulierung der Klage gegen meine benachteiligten Broschüren müssen wir also unbedingt von der Rechtmäßigkeit unserer Klage überzeugt sein, Gewalt dürfen wir durchaus für einen Scherz halten. Was auch für Einbrecher erfreulich sein dürfte. Die werden demnächst vom Wilhelmshavener Amtsgericht frei gesprochen, weil sie lediglich irrtümlicherweise der Auffassung gewesen sind, dass alles in allen Wohnungen allen gehört...

Klagewillige bewerben sich bitte aussagekräftig bei Heinz-Peter Tjaden, Up´n Kampe 6, 30938 Burgwedel. Danke!

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Kommentare:

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

diese beiden polizeibeamten spielen auch eine rolle in einem weiteren verfahren. das will die oldenburger staatsanwaltschaft unbedingt niederschlagen. womit die beklagte aber nicht einverstanden ist. sie will die verhandlung...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

warum verklagt mich niemand wegen dieser beiden broschüren? :-(

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

unser mathe-bilderbuch "wenn zahlen streit bekommen" liegt inzwischen im kindle-shop auf platz 8, die "trump-bibel" auf platz 19 :-)