Mittwoch, 26. November 2014

Polizei-Anwalt mit guter Idee

Schweigende Jugendamtsmitarbeiterin soll reden

13. November 2014. "Wie bereits in der Klageschrift vorgetragen, erhielt der Kläger (gemeint ist ein Wilhelmshavener Polizeibeamter, der sich bei der Durchsuchung meiner Wohnung am 17. Juni 2013 Wiegand genannt hat) mit seinem Kollegen den Auftrag, die Wohnung des Beklagten (gemeint bin ich, der sich entgegen polizeilicher Gepflogenheiten vor, während und nach der Durchsuchung Tjaden nennt und auch so heißt) aufzusuchen. Die Polizei Wilhelmshaven hatte über das Jugendamt Wilhelmshaven die Information erhalten, dass dort ein Kind gegen seinen Willen festgehalten wird."

Schreibt der Anwalt von Wiegand an das Amtsgericht von Wilhelmshaven, das bislang die Zivilklage des Polizeibeamten für unbegründet hält. Trotzdem hat dieser Jurist eine Idee, die gut klingt. Er benennt die Jugendamtsmitarbeiterin, die während der Durchsuchung meiner Wohnung schweigend draußen gestanden hat, als Zeugin. Zu laden sei sie über das Jugendamt von Wilhelmshaven. Das ist zutreffend. Doch des Oberbürgermeisters Wege sind gar verschlungen, wenn er als Dienstherr die Skandale des Jugendamtes vertuschen muss. Aber wie lange reicht seine Tusche noch?

Interessant ist erst einmal, dass der Anwalt von Wiegand einen Auftrag des Jugendamtes von Wilhelmshaven behauptet. An diesem Auftrag kann zwar kein Zweifel bestehen, aber bisher winden sich alle an dieser Tatsache vorbei. Aber endlich ist der "Schwarze Peter" für die Initialzündung beim Jugendamt. Was also tun, wenn man Oberbürgermeister von Wilhelmshaven ist? Die Jugendamtsmitarbeiterin aussagen lassen?

In einem parallelen Strafverfahren gegen mich ist dieser Jugendamtsmitarbeiterin im Namen des Oberbürgermeisters ein Aussageverbot erteilt worden. Die schriftliche Begründung wurde von der Richterin am 2. September 2014 verlesen. Mein Anwalt und ich forderten bis heute vergeblich eine Herausgabe dieses Schreibens, in dem ich als Stalker verleumdet werde. Ich habe deswegen gegen den Oberbürgermeister bereits Strafantrag wegen Verleumdung gestellt. Die Behauptung, ich hätte ein Kind gegen seinen Willen festgehalten, wäre eine weitere Verleumdung. In meiner Wohnung war gar kein Kind, als die Polizeibeamten gewaltsam in meine Wohnung eindrangen.

Oberbürgermeisterlich betrachtet wäre also ein erneutes Aussageverbot für die Jugendamtsmitarbeiterin logisch. Wie aber begründen? Im parallelen Strafverfahren habe ich diese Jugendamtsmitarbeiterin als Zeugin benannt. Ich wurde als Stalker verleumdet. Jetzt wird sie von Wiegand benannt. Wird der nun auch als Stalker verleumdet (dass er ein Lügner ist, müsste ja nicht mehr betont werden)? Mein Anwalt und ich jedenfalls werden diese Idee des gegnerischen Anwaltes wohlwollend wiederholen. Dann kann man ja wieder mich als Stalker verleumden. Oberbürgermeisterlich betrachtet...

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P. S. Ich bin mit der Mutter meines Patenkindes am 20. Februar 2013 zu einem Gespräch im Wilhelmshavener Jugendamt gewesen. Sie war von Münster nach Wilhelmshaven umgezogen, weil mir der Leiter des Jugendamtes Hilfe für diese Mutter versprochen hatte. Ihr Sohn wurde ihr im März 2010 weggenommen und kam zu seinem Vater, ihre Tochter wurde ihr bereits im September 2009 entzogen und kam zu einer Ersatzpflegemutter, weil der Bruder angeblich eine Gefahr für seine kleine Schwester darstellte. Die Trennung der Geschwister sollte nur kurze Zeit dauern. Bevor die Mutter nach Wilhelmshaven umzog, informierte ich auch den Oberbürgermeister von Wilhelmshaven über diesen Fall.

Bei unserem Gespräch am 20. Februar 2013 behaupteten die Mitarbeiterin und der Mitarbeiter des Jugendamtes, dass die wirtschaftliche Zuständigkeit für das Mädchen am 1. April 2013 auf Wilhelmshaven übergehen würde. Wir wussten nur, dass die Kleine inzwischen bei einer Dauerpflegefamilie lebte, wo wussten wir nicht, wie die Dauerpflegeeltern heißen, wussten wir ebenfalls nicht. Das ist bis heute so geblieben.

Wirtschaftliche Zuständigkeit bedeutet: Für die Kosten der Unterbringung des Mädchens bei einer Dauerpflegefamilie hat die Stadt Wilhelmshaven aufzukommen. Die Summe dürfte inzwischen den sechsstelligen Bereich erreicht haben. Man zahlt also lieber als die Trennung der Geschwister zu beenden...Meine Frage, was diese beiden Kinder dem Jugendamt getan haben, wurde nie beantwortet.

Schlappe - die nächste

26. November 2014. Warum sagt der Polizeibeamte, der sich Wiegand genannt hat, nicht endlich die Wahrheit? Per Schriftstück hat sein Anwalt am 13. November 2014 gegenüber dem Wilhelmshavener Amtsgericht behauptet, meine Darstellungen seien "inhaltslos". Darauf entgegnete der Richter am 17. November 2014 in einem weiteren Beschluss, das seien sie keinesfalls.

Was machen eigentlich inzwischen Jugendamt und Oberbürgermeister? Haben die schon eine zweite Aussageverweigerung für die Jugendamtsmitarbeiterin verfasst - oder darf sie vor Gericht erscheinen?

Polizei-Anwalt mit guter Idee (II): Erst hat man Pech, dann kommt auch noch Wagner dazu



Kommentare:

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

sehen wir es doch erst einmal so: wiegand, der ein zweites mal ein wilhelmshavener gericht belügen will, belastet das jugendamt immer schwerer...

Heinz-Peter Tjaden hat gesagt…

Zur Erinnerung: Das Aussageverbot für die Jugendamtsmitarbeiterin, ausgesprochen im Namen von Oberbürgermeister Wagner, ist mit der Behauptung, ich sei ein Stalker und hätte die Arbeit des Wilhelmshavener Jugendamtes lahmgelegt, begründet worden. Dieser Grund ist natürlich nur vorgeschoben, er ist frei erfunden. In einem Ermittlungsverfahren gegen die Polizeibeamten hat die Jugendamtsmitarbeiterin ausgesagt, sie habe nichts mitbekommen, weil sie nicht in meiner Wohnung gewesen sei.

Bei der Verhandlung am 2. 9. 2014 haben die Polizeibeamten dem Gericht vorgelogen, sie hätten bei mir geklingelt und geklopft, als ich die Tür aufgemacht hätte, hätten sie sich vorgestellt und mir den Grund für die Durchsuchung genannt. Erst danach seien sie in meine Wohnung eingedrungen.

Wenn das nicht gelogen wäre, hätte die Jugendamtsmitarbeiterin, die ebenfalls vor meiner Tür stand, das mitbekommen müssen. Hätte sie das auch vor Gericht ausgesagt, wären die Polizeibeamten von ihr der Lüge überführt worden. Offenbar sollte genau das verhindert werden - im Namen des Oberbürgermeisters...

Der Oberbürgermeister ist von mir darüber informiert worden. Seine Reaktion: Schweigen. Er vertuscht also die wahren Ereignisse. In anderen Städten würde da schon mal der Ruf nach einem Rücktritt laut werden...