Dienstag, 20. September 2016

SVW-Zwangsabstieg

9. November 2013
Fliegt der SVW aus der Regionalliga?



Der SVW versteckt sich noch hinter Pressemeldungen. 









Auf den Internet-Seiten des Vereins steht nur:
Der „Fall Sergio Sagarzazu“ könnte für den Fußball-Regionalligisten jetzt das schon lange befürchtete, böse Ende nehmen: Die FIFA macht ernst und hat nun offensichtlich die höchste Sanktionsstufe aufgerufen.
Wilhelmshaven/CC - Nach Punktabzügen in den vergangenen Spielzeiten droht dem Viertligisten aus der Jadestadt nun der Zwangabstieg. Eine Stellungnahme war bislang weder vom für die Regionalliga Nord zuständigen Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) noch vom SVW zu bekommen. Nur so viel: „Da uns gegenüber offiziell noch nichts verkündet wurde, handelt es sich um ein schwebendes Verfahren, das von uns nicht weiter kommentiert wird“, sagte SVW-Pressesprecher Jörg Schwarz gestern auf WZ-Anfrage. „Alles zu dem Fall Relevante werden wir am kommenden Montag um 13 Uhr auf einer Pressekonferenz im Jadestadion bekanntgeben.“ Offenbar hat man beim SW die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den FIFA-Vorstoß abwenden zu können.
Zum Hintergrund: Im Januar 2007 hatte der SVW den Italiener Sergio Sargazazu verpflichtet, der in seiner Jugend in Argentinien ausgebildet wurde. Wenig später erhoben die Vereine River Plate Buenos Aires und Atletiko Exursionistas Ansprüche auf Ausbildungsentschädigung gegenüber dem SVW.
Im Dezember 2008 wurde die Rechtmäßigkeit der Klage von der FIFA bestätigt, im Oktober 2009stimmte auch der Internationale Sportgerichtshof CAS dem FIFA-Urteil zu und legte dem SVW auf, 100 000 Euro an River Plate und 57 500 Euro an Exursionistas zu zahlen. Dieser Aufforderung sind die Jasdestädter bis heute nicht gefolgt.
Anmerkung: Dafür hat der SV Wilhelmshaven immer wieder Punktabzüge in Kauf genommen. Nach der vorigen Saison schien der Abstieg bereits besiegelt zu sein.
Der "kicker" meldet am 8. November 2013:
Der SV Wilhelmshaven muss zwangsweise absteigen. Diese Entscheidung des Weltverbandes FIFA ist nun rechtskräftig, wie der Deutsche Fußball-Bund bekanntgab. Nachdem auch der Internationale Sportgerichtshof CAS dieses Urteil bestätigt habe, die Vollstreckung dieser Entscheidung sei entsprechend an den zuständigen Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) übertragen worden.
Die Pressemitteilung des DFB vom gleichen Tage lautet:
Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sich auf seiner Sitzung in Frankfurt/Main nach der abschließenden Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshof CAS mit dem nunmehr rechtskräftigen, vom Weltverband FIFA verhängten Zwangsabstieg zum Saisonende für den Regionalligisten SV Wilhelmshaven befasst und die nach den Statuten der FIFA für den DFB verpflichtende Vollstreckung der Entscheidung auf den für den Spielbetrieb der Regionalliga Nord verantwortlichen Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) übertragen.
Hintergrund der von der FIFA-Disziplinarkommission verhängten Sanktion ist die Weigerung des Vereins, den auf rechtskräftigen Entscheidungen des Internationalen Sportgerichtshofes und der Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten der FIFA beruhenden Zahlungsverpflichtungen gegenüber den argentinischen Klubs Atletico River Plate und Atletico Excursionistas nachzukommen.
Beide Klubs hatten unter Berufung auf internationales Fußballrecht gegenüber dem SV Wilhelmshaven die Festsetzung von Ausbildungsentschädigungen für einen transferierten Spieler bei der FIFA erreicht und nach der Zahlungsverweigerung des Klubs dessen Zwangsabstieg erwirkt. Alle Rechtsmittel des SV Wilhelmshaven hiergegen blieben bis hin zur Entscheidung des CAS erfolglos.
Schon im August sechs Punkte weg
Trotzdem rückten die Wilhelmshavener von ihrer Weigerung nicht ab. Das kostet den Verein nun sechs Punkte. Und es kann noch schlimmer kommen. Bleibt Wilhelmshaven bei seiner Linie, droht ein Zwangsabstieg in die Oberliga. Die FIFA hat bereits die Versetzung in die nächstniedrigere Spielklasse angedroht. 
Meldete Fußball.de am 24. August 2013
SVW will vor ein ordentliches Gericht ziehen

Sobald der Norddeutsche Fußballverband (NFV) den Nord-Regionalligisten SV Wilhelmshaven in dieser Woche 
offiziell über den Zwangsabstieg zum Saisonende informiert hat, will des SVW sämtliche rechtlichen Mittel 
ausschöpfen und vor einem ordentlichen Gericht gegen die Entscheidung des Weltfußballverbandes FIFA klagen. 
Das gab der Verein am Montag auf einer Pressekonferenz bekannt. "Der Verein ist der Meinung, dass 
die geforderte Ausbildungsentschädigung dem deutschen und europäischen Recht widerspricht", sagte 
Pressesprecher Jörg Schwarz gegenüber 4-liga.com.

11. November 2013
Verstoß gegen bestehendes Recht
Nach der Begrüßung und Eröffnung der Pressekonferenz durch Pressesprecher Jörg Schwarz gab der Sprecher des SVW-Aufsichtsrats Rechtsanwalt Harald Naraschewski eine Erklärung ab, welche die Sachlage um die Verpflichtung des Spielers Sergio Sargarzazu beinhaltete.
Der genannte Spieler wurde 2007 verpflichtet. Er kam als in Argentinien geborener Spieler mit italienischer Staatsangehörigkeit zum SV Wilhelmshaven. Als EU-Bürger, darauf wurde seinerzeit beim SVW besonders geachtet, unterschrieb Sargarzazu einen Vertrag bei den Jadestädtern. Wie bei Spielern, die bei Vereinen in Mitgliedsländern der EU spielen üblich, wurde Sargarzazu eine umgehende Spielerlaubnis für SV Wilhelmshaven erteilt.
Von einer Ausbildungsentschädigung war bei der Verpflichtung des Spielers keine Rede, es gab auch keine dahingehenden Hinweise. Das dieses Thema auf den Verein zukommen könnte war auch in keiner Weise zu erwarten, schließlich handelte es sich ja auch um einen EU-Bürger mit italienischen Pass.
Erst Monate später meldeten sich zwei Argentinische Vereine mit der Forderung einer Ausbildungsentschädigung von insgesamt 160.000 Euro. Der SVW verweigerte von Anbeginn an diesen Betrag zu zahlen.
Die Argentinier schalteten die FIFA ein, diese bestätigte unter totaler Missachtung europäischer Rechtsprechung die Forderung. Gleiches geschah durch das Internationale Sportgericht CAS.
Dennoch verweigerte SVW weiterhin den Betrag in geforderter Höhe zu zahlen.
Der Verein beruft sich dabei auf:
  1. Auf ein Urteil des BGH aus 1999, welches Ausbildungsentschädigungen für Fußballer als sittenwidrig bezeichnete.
  2. Auf ein Urteil des Landgerichts Oldenburg aus 2005, wo ebenfalls die Sittenwidrigkeit festgestellt wurde.
  3. Ein Urteil des EuGH von März 2010, welches die Rechtmäßigkeit von Entschädigungen feststellt, aber ausnahmslos in Höhe der selbst entstandenen Kosten aber keine überhöhten Forderungen wie im Fall Sargarzazu. (Urteilsauslegung und Begründung als Anhang)
Das Urteil des EuGH veranlasste SVW den Argentiniern ein Vergleichsangebot zu unterbreiten, welches von den Südamerikanern abgelehnt wurde. Man bestand, und besteht nach wie vor dort auf Zahlung des geforderten, ab in der Höhe viel zu hohen Betrags, was die Wilhelmshavener wiederum ablehnten und bis heute verweigern.
Die Folgen in Form von Punktabzügen als Sanktionen sind hinreichend bekannt.
Nach Abzug von sechs Punkten in der Saison 2012/2013 schaltete der SVW das zuständige Landgericht in Bremen ein (Bremen zuständig, weil der Sitz des NordFV Bremen ist).
Ein Antrag auf einstweilige Verfügung kurz vor Saisonende (ohne die sechs Punkte Abstiegsgefahr wegen des Punktabzugs im Insolvenzfall FC Oberneuland) wurde seitens des genannten Gerichts nicht mehr beraten, weil ein Abstieg des SVW durch den Aufstieg von Kiel kein Thema mehr war. Die Klage in der Sache selbst ist noch anhängig, jedoch noch kein Termin angesetzt. Innerhalb des Gerichts traten unterschiedliche Meinungen der Zuständigkeit des Falles auf, auch noch nicht abschließend festgestellt ist. Die dort eingeleitete Klage wurde nie zurückgezogen und wird es nun wegen der aktuellen Entwicklung auch nicht mehr.
Sobald nun die schriftliche Benachrichtigung des angekündigten Zwangsabstiegs beim SVW eingetroffen ist, wird der Verein seinen Antrag einer einstweiligen Verfügung erneuern. Der Verein geht davon aus, dass dieser zügig bearbeitet wird, weil Dringlichkeit vorliegt.
Wie geht es sportlich weiter?
Vereinsberater Peter Schöne erklärte die Mannschaft sei noch am Freitagabend über die Situation informiert worden. Anfängliche Ratlosigkeit sei während des Samstagstrainings in „jetzt erst recht“ – Stimmung umgeschlagen. In der Tat zeigte die Toku-Truppe am Sonntag ein gutes Spiel, wenngleich die Partie gegen den Meisterschafts-Topfavoriten Wolfsburg II auch unglücklich verloren ging.
Die Verträge für die Spieler bleiben zumindest bis Ende der Saison gültig. Je nach Lage wird dann beraten und entschieden.
In der Tabelle wird sich nichts ändern. Bei Insolvenzen werden alle Spiele aus der Wertung genommen. Bei Zwangsabstieg ist es nicht der Fall. Die Wertung der Spiele verläuft normal. Am Ende der Saison wäre SVW der erste Absteiger, ganz gleich welcher Tabellenplatz dann eingenommen wird.
Was passieren wird wenn die Jadestädter den Klassenerhalt sportlich nicht schaffen, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.
Erschüttert über das Verhalten des DFB zeigte sich Aufsichtsratssprecher Rechtsanwalt Harald Naraschewski. „Es ist völlig unverständlich, dass der DFB Dinge umsetzt, die eindeutig gegen bestehendes Recht in Deutschland und Europa sind, ja sogar gegen von Gerichten bestätigte Satzungen klar verstoßen.
Ein Sponsorring erklärte sich bereit den Gesamtbetrag zu zahlen, damit das Thema vom Tisch sei und der Verein in Ruhe arbeiten könne. Leider versagte der DFB am Samstag die vermittelnde Hilfe bei der FIFA. In einem Schreiben des DFB-Generalsekretärs Sandrock wurde die erbetene Vermittlungshilfe rundweg abgelehnt, weil der DFB sich nicht zuständig sieht. Wie ist denn dann zu verstehen, dass der DFB sich sehr wohl zuständig sieht, wenn es darum geht Punkte abzuziehen oder Zwangsabstiege auf Befehl der FIFA zu veranlassen. Diesen inhaltlichen Widerspruch kann niemand erklären.
Pressemitteilung des SV Wilhelmshaven, 11. November 2013
DFB kann nicht anders
Hintergrund ist die Weigerung des SV Wilhelmshaven, für den ehemaligen Spieler Sergio Sagarzazu Entschädigungszahlungen an dessen frühere Clubs Atletico River Plate und Atletico Excursionistas zu leisten. Beide argentinischen Vereine fordern zusammen rund 150.000 Euro für den Spieler, der von Januar 2007 bis Juni 2008 bei den Niedersachsen unter Vertrag stand. Weil der SVW sich seit Jahren weigert zu zahlen, verfügte die FIFA in den Spielzeiten 2011/2012 und 2012/2013 jeweils einen Sechs-Punkte-Abzug. Der DFB und als regionale Instanz der NFV sind laut FIFA-Statuten verpflichtet, die Entscheidung des Weltverbandes zu vollstrecken. "Bei einer Weigerung würde sich der DFB selbst sportrechtlich gegenüber der FIFA ins Unrecht setzen", hatte DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch bereits beim zweiten Punkteabzug im August 2012 erklärt.
NDR, 11. November 2013
Ein Zwangsabstieg nach dem anderen?
Wie der DFB am Donnerstag mitteilte, kann sich die Fifa weitere Sanktionen vorbehalten. Das heißt im Klartext: Am Ende jeder kommenden Saison wäre eine weitere Zurückstufung möglich.
Nordwest-Zeitung, 15. November 2013
Schwere Geschütze
Der kleine Regionalligist will vor ein ordentliches Gericht ziehen, sobald das Fifa-Urteil schriftlich zugeht. Sollte die Klage angenommen werden, kann der Klub in dem scheinbar aussichtslosen David-gegen-Goliath-Kampf durchaus schwere Geschütze aufbieten.
taz, 21. November 2013
Beschwerde eingereicht
Der SV Wilhelmshaven hat gegen den vom Weltverband FIFA verfügten und vom Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigten Zwangsabstieg aus der Regionalliga Nord Beschwerde beim Norddeutschen Fußballverband (NFV) eingereicht.
Sport 1, 25. November 2013

Deutschland bei der WM nicht dabei?

Die Fifa hat die deutschen Verbände laut Gehlenborg bereits vor einem Ausschluss aus Wettbewerben gewarnt, falls sie den SVW nicht in eine niedrigere Spielklasse verbannen. „Wir werden das so umsetzen, wie die Fifa das angeordnet hat“, kündigt Gehlenborg daher an. Der Viertligaverein könnte den Abstieg aber weiter hinauszögern, etwa mit einer einstweiligen Verfügung eines ordentlichen Gerichts.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. Dezember 2013

SV Wilhelmshaven riskiert Klage

Wilhelmshaven - 2. Januar 2014 (tj). Der SV Wilhelmshaven klagt gegen den Zwangsabstieg. Im schlimmsten Fall droht das WM-Aus für Deutschland, meldet soeben Radio 21.

"Ein schlechter Witz"
In mehreren Schreiben an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat die FIFA die Verantwortlichen des DFB darauf hingewiesen, den beschlossenen Zwangsabstieg des SVW umgehend zu vollstrecken. Andernfalls drohen Konsequenzen – von Geldstrafen bis hin zum Ausschluss von der Teilnahme an internationalen Wettbewerben.
Dass es tatsächlich so weit kommt, glaubt natürlich keiner. „Ich würde das Ganze nicht überbewerten. Das ist ein schlechter Witz“, sagt Harald Naraschewski, Aufsichtsrats-Chef des SVW und Anwalt der Jadestädter, auf Anfrage der WZ

Wilhelmshavener Zeitung, 11. Januar 2014.

11. Februar 2014
Pressemitteilung des DFB

Die Beschwerde des SV Wilhelmshaven beim Verbandsgericht des Norddeutschen Fußballverbandes (NFV) gegen den von der FIFA-Disziplinarkommission verfügten Zwangsabstieg zum Saisonende wurde am Montag nach einer mündlichen Verhandlung abgelehnt. Die Jadestädter hatten im Vorfeld angekündigt, bei einer Ablehnung ein ordentliches Gericht anrufen zu wollen. Es geht nach wie vor um eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 150.000 Euro für den argentinischen Spieler Sergio Sagarzazu in der Saison 2007/2008, die der SVW bis heute trotz eines zweimaligen Punktabzuges und des drohenden Zwangsabstiegs nicht gezahlt hat. Sagarzazus Ex-Klubs Atletico River Plate und Atletico Excursionistas hatten Klage bei der FIFA eingereicht. 

14. März 2014

Verhandlung vor Bremer Landgericht

Am Freitag wurde vor dem Bremer Landgericht die Klage des Regionalligisten SV Wilhelmshaven gegen den Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) verhandelt. Der Viertligist soll nach der laufenden Saison zwangsabsteigen, da er die Ausbildungsentschädigung für einen argentinischen Spieler in Höhe von 157.500 Euro nicht bezahlen will, die laut FIFA-Statuten fällig sei. Ein Urteil wird am 25. April erwartet.

Radio Bremen

SVW wechselt den Spielort
Noch führt der Große, doch das könnte sich ändern. Der Kleine wechselt nämlich den Spielort. Befassten sich bislang ausschließlich Sportgerichte mit dem Fall, etwa der Internationale Sportgerichtshof (CAS), entscheidet nun das Landgericht Bremen. Am 25. April ist die Verhandlung.
Zeit online, 16. April 2014

Landgericht: SVW muss absteigen

Der SV Wilhelmshaven hat im Kampf gegen den Zwangsabstieg aus der Regionalliga Nord eine weitere Niederlage hinnehmen müssen. Eine Klage des Clubs gegen den Norddeutschen Fußball-Verband wurde vom Landgericht Bremen zurückgewiesen. Der Fußball-Weltverband Fifa hatte den Zwangsabstieg angeordnet, der Internationale Sportgerichtshof Cas die Entscheidung bestätigt.

Spiegel online, 25. April 2014

David gewinnt gegen Goliath


Der Provinzclub SV Wilhelmshaven geht aus dem jahrelangen Machtkampf mit den großen Fußballverbänden als Sieger hervor. 





Süddeutsche Zeitung, 20. September 2016